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Sekundenschlaf als Unfallursache

Sekundenschlaf als Hauptunfallursache ist verständlicherweise nur in wenigen Fällen gesichert nachweisbar. Die statistischen Angaben schwanken daher auch international stark. Oft ist es auch eine Kombination mit Unachtsamkeit/Ablenkung, die schlussendlich zum Unfall führt. In Österreich gab es laut offizieller Statistik im Jahr 2014 neun Prozent „Übermüdungs-Unfälle" mit Personenschaden und 42 Prozent, die unter „Unachtsamkeit" eingereiht wurden. In Summe ist also jeder zweite Unfall mit Verletzten auf diese beiden Ursachen zurückzuführen.

 

NUR JEDER 10. AUTOFAHRER MACHT REGELMÄSSIG PAUSE!

Müde, unkonzentriert, unachtsam und jedenfalls zu lange ohne eine vernünftige Pause sind viele Autofahrer und Lkw-Lenker auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen unterwegs. Das zeigt nicht nur die jährliche Unfallstatistik, sondern auch eine neue Umfrage der ASFINAG.

 

UNFALLGESCHEHEN 2014 AUF AUTOBAHNEN & SCHNELLSTRASSEN

ÜBERMÜDUNG UND/ODER UNACHTSAMKEIT - HAUPTURSACHE FÜR TÖDLICHE VERKEHRSUNFÄLLE


 

Bei den bisher 20 Todesopfern heuer auf Autobahnen und Schnellstraßen spielte bei der Hälfte eine dieser beiden Ursachen nachweisbar die tragische Hauptrolle. Oft ist es auch eine Kombination aus Müdigkeit und Unachtsamkeit.

 

„Unsere Umfrage zeigt, dass viele Verkehrsteilnehmer vor allem schnell ans Ziel kommen wollen. Wir wollen zusätzlich, dass alle sicher ankommen", sagt ASFINAG-Vorstand Alois Schedl. „Die neue Kampagne soll mithelfen, die Gefahren von Übermüdung und Unachtsamkeit bewusster zu machen. Wenn man an eine Autofahrt denkt, sollte man automatisch auch eine Pause gleich mitdenken."

Pausen einlegen!
Spätestens nach 2 Stunden oder 200 Kilometer Fahrt eine Pause einplanen.

Müdigkeit ist nicht nur spürbar sondern auch messbar

Typische Anzeichen, die man selbst erkennen kann, sind: Mit den Händen über das Gesicht oder die Haare streichen, Gähnen, unaufmerksames Fahren (z.B. sich nicht mehr erinnern zu können, wo man gerade vorbeigefahren ist), oftmaliges Blinzeln.

Mittels einer pupillometrischen Untersuchung kann eruiert werden, ob die Person schläfrig ist oder nicht. Bei einer kontrollierten Studie des Schlafmediziners Manfred Walzl wurden mehr als 1000 Pkw-Lenker untersucht. Knapp 30 Prozent der Lenker waren deutlich zu müde oder knapp an der Grenze zur Fahruntüchtigkeit. Eine andere Studie mit Lkw- und Buslenkern wies einen höheren Wert aus - mehr als 50 Prozent der Testpersonen war knapp an oder bereits über der Grenze.

Gemessen wird dabei der so genannte PUI (Pupillen-Unruheindex). Die Pupille erweitert und verengt sich pro Sekunde ständig um 0,5 Millimeter pro Sekunde. Bei Schläfrigkeit tut sie das seltener, dafür wird die Distanz zwischen Verengung und Erweiterung größer. 

„Ich als Mediziner unterstütze diese Kampagne vollinhaltlich, weil ich weiß, wie gefährlich Übermüdung beim Fahren ist", versichert Manfred Walzl, Leiter der Schlafmedizin im Grazer LKH Süd-West. „Das einzige, das dann hilft, ist eine Pause, im besten Fall ein kurzes Schläfchen. Im schlimmsten Fall kann sonst das Wort todmüde tragische Bedeutung bekommen."

So vermeiden Sie den Kampf mit dem Schlaf

 

   Tipp 1: Treten Sie eine Fahrt nur nach ausreichend Schlaf an. Eine Norm gibt es nicht, sieben bis neun
   Stunden sollte man aber ruhen, vor längeren Autofahrten sollten es drei Nächte mit ausreichend Schlaf

   sein.

   Tipp 2: Achten Sie auf „richtiges" Essen vor Fahrtantritt. Leicht verdauliche Kost unterstützt ihren
   Organismus. Zu viel, zu fett, zu schwer – das fördert die Müdigkeit. Und nicht während der Fahrt essen. Das
   lenkt ab.

   Tipp 3: Trinken Sie während der Fahrt regelmäßig Wasser. Schon zwei Prozent weniger Flüssigkeit im
   Kreislauf führen zu 20 Prozent weniger Konzentration. Die Wasserflasche sollte also ständiger
   Reisebegleiter sein.

   Tipp 4: Rauchen Sie im Auto nicht. Zigarettenrauch im Auto reduziert die Sauerstoffkonzentration.
   Müdigkeit ist die Folge.

   Tipp 5: Halten Sie regelmäßige Pausen ein, machen Sie Bewegung. Alle zwei Stunden sollte eine Pause
   „Pflicht" sein. Auch wenn Sie sich noch nicht müde fühlen. Und bringen Sie den Kreislauf durch Bewegung
   auf Trab.

   Tipp 6: Achten Sie im Auto auf Komfort, wie z. B. richtige Sitzposition. Der „Arbeitsplatz" des Lenkers muss
   stimmen. Richtige Sitzposition, lockere Kleidung, milde Wärme im Winter, mäßige Kühlung im Sommer.

   Tipp 7: Pflegen Sie den „Power-Nap", 20 Minuten Schlafpause reichen. Zwischen 1 und 3 Uhr früh sowie
   zwischen 13 und 15 Uhr nachmittags hat der Mensch üblicherweise absolute „Tiefpunkte". Ein kurzer Schlaf
   verleiht wieder richtig Kraft.

   Tipp 8: Deuten Sie Ihre Müdigkeits-Zeichen richtig. Blinzeln, durchs Gesicht fahren, Dauergähnen – Sie
   wissen selbst am besten über die Alarmsignale Ihres Körpers Bescheid. Nicht warten, Pause machen!

   Tipp 9: Verlassen Sie sich nicht auf Kaffee oder Energydrinks. Gegen Müdigkeit hilft nur eines: Schlaf!
   Weder Kaffee noch andere Getränke können Schlaf ersetzen.

   Tipp 10: Seien Sie kritisch zu sich selbst. Nein, Sie haben sich nicht immer voll im Griff. Das Schlafbedürfnis
   kann man nämlich nicht kontrollieren. Der Körper holt sich früher oder später das, was er braucht. Im
   ungünstigsten Fall während der Fahrt.

 

Und vor allem:
Nutzen Sie die Rastplätze der ASFINAG

„Wir als ASFINAG stellen ja nicht nur fürs reine Fahren, sondern eben auch fürs Rasten die Infrastruktur zur Verfügung", bestätigt ASFINAG-Vorstand Klaus Schierhackl. „Wir haben 45 moderne Rastplätze in Betrieb, zehn weitere kommen noch hinzu, und zusätzlich gibt es 87 Raststationen mit einem umfangreichen Angebot. Wir investieren viel Geld in diese Anlagen, aber das voll Überzeugung. Weil Sicherheit definitiv unbezahlbar ist."

Rastplätze verfügen unter anderem über Dusche, WCs mit Wickeltischen, Getränke- und Snackautomaten, ausreichend Stellflächen für Pkw und Lkw, Grünflächen mit Sitzgelegenheiten, W-LAN sowie einem Sicherheitspaket wie Beleuchtung, Video-Überwachung, Defibrillator und Notrufsäule mit Direktverbindung zur Überwachungszentrale der ASFINAG. Nähere Informationen finden Sie hier.

Das sagen die Autofahrer

Das Ifes-Institut hat im Auftrag der ASFINAG im Mai 2015 mehr als 500 Autofahrer über ihre Fahr- und Rastgewohnheiten befragt. Die Ergebnisse sind zum Teil alarmierend:

 

MACHEN SIE BEI LÄNGEREN AUTOFAHREN BEWUSST REGELMÄSSIG PAUSE?

 

MACHEN SIE EINE PAUSE, WENN SIE BEREITS SPÜRBAR MERKEN, DASS SIE MÜDE WERDEN?

 

AUS WELCHEN ANDEREN GRÜNDEN ALS MÜDIGKEIT MACHEN SIE EINE PAUSE?

 

WENN SIE LÄNGERE STRECKEN FAHREN (MEHR ALS 300 KILOMETER): FAHREN SIE LIEBER DURCH ALS EINE PAUSE ZU MACHEN?

 

WAS TUN SIE, WENN SIE PAUSE MACHEN?

 

Das „Pausenbewusstsein" der Österreicher ist also nicht besonders stark ausgeprägt, obwohl die Gefährlichkeit eines Sekundenschlafs sehr wohl bekannt ist. Bei Strecken über 400 Kilometer fährt aber noch immer jeder dritte Verkehrsteilnehmer ohne eine einzige Pause durch, um so schnell wie möglich ans Ziel zu gelangen. Je jünger der Verkehrsteilnehmer, desto eher besteht die Bereitschaft lange Strecken ganz ohne Unterbrechung durchzufahren.

Vor allem die Fahrt in den Urlaub verleitet dazu, keine Pausen zu machen. Besonders gefährlich dabei ist die Fahrt in der Nacht, die 61 Prozent der Befragten bevorzugen, um „pünktlich" am Urlaubsort zu sein.

„Wer kann ehrlich von sich sagen, dass er so eine Situation noch nie erlebt hat? Man ist müde und denkt sich: Die paar Kilometer gehen schon noch. Dabei riskiert man aber sein eigenes Leben und das von anderen, anstatt sich ein paar Minuten auszurasten und dafür auch sicher am Ziel anzukommen", sagt Minister Alois Stöger.

Pressekontakt

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