Service- und Kontrolldienst: unterwegs für mehr Sicherheit

Jede Autofahrerin, jeder Autobahnfahrer kennt sie: Die Herren und Damen vom Service- und Kontrolldienst (SKD). Sie tragen gelbe Signalwesten über dunkler Uniform und dunkle Schirmkappen. Ihre Aufgabe: Die Mautaufsicht.

Allerdings - allein damit ist ihr Job nicht getan. Im Rahmen ihrer Kontrollfahrten stehen die SKD-Mitarbeitenden allen Kundinnen und Kunden der ASFINAG helfend, beratend und informierend zur Seite. Sie geben der Verkehrsleitzentrale Input zum aktuellen Verkehrsgeschehen auf ihrer Strecke, Pannenhilfe steht auf der Tagesordnung und bei Bedarf leistet der ASFINAG Service- und Kontrolldienst unverzüglich erste Hilfe. Tagtäglich beweisen die SKD-Mitarbeiter wachsame Augen und viel Fingerspitzengefühl während der Mautkontrollen. Bei den Kontrollen sind sie sowohl im Auftrag der ASFINAG, als auch für die Bezirksverwaltungsbehörden im Einsatz. Alle Aufgaben und Befugnisse des SKD sind ganz klar in der Mautordnung festgelegt.

Hier für Sie alle Eckdaten der Mautkontrolle im Überblick

Kraftfahrzeuglenkerinnen und -lenker müssen durch deutlich sichtbare oder hörbare Zeichen angehalten werden – etwa durch Blaulicht, Anhaltekelle oder Leuchtschrift am Heck des Kontrollfahrzeuges. Mitglieder des SKD-Teams sind berechtigt, die Identität des Lenkers und des Zulassungsbesitzers zu klären – etwa indem sie einen amtlichen Lichtbildausweis einsehen.

Kontrolliert werden dürfen insbesondere auch

  • die Zulassung,
  • die Vignette des Pkws,
  • der Typenschein des Lkws,
  • das Gerät zur elektronischen Entrichtung der Maut (GO-Box),
  • der Fahrtenschreiber,
  • der Wegstreckenmesser und
  • das EG-Kontrollgerät.

Allfällige Ersatzmauten dürfen entgegengenommen werden und im Bedarfsfall dürfen Fahrzeuglenker sogar durch geeignete Maßnahmen (beispielsweise Radklammern, Abnahme von Fahrzeugpapieren) am Weiterfahren gehindert werden. Verweigert der Kunde das Zahlen der Ersatzmaut, kann die Einleitung eines Verwaltungsstrafverfahrens veranlasst werden. Ebenso darf eine vorläufige Sicherheitsleistung entgegengenommen werden.

 

Insbesondere während Lkw Kontrollen kommt es immer wieder zu zeitsparenden Serviceleistungen für die Fahrerinnen und Fahrer. Manchmal kommt es vor, dass im Mautsystem falsche Fahrtdaten gespeichert wurden. Solche Fehler können nach Klärung mit dem Fahrer direkt vor Ort festgestellt und im System gelöscht werden. Wird bei der Kontrolle jedoch ersichtlich, dass die vorgeschriebene Maut nicht ordnungsgemäß entrichtet wurde, liegt eine Verwaltungsübertretung vor. Damit sind die SKD-Mitarbeiter berechtigt, Ersatzmaut einzufordern.

Ersatzmaut für Pkw, Wohnmobil und Motorrad

120 Euro (Pkw oder Wohnmobil) beziehungsweise 65 Euro (Motorrad) sind vor Ort zu bezahlen. Bei Manipulation der Vignette werden 240 Euro (Pkw  oder Wohnmobil) beziehungsweise 130 Euro (Motorrad) eingehoben. Werden die entsprechenden Beträge nicht beglichen, folgen hohe Verwaltungsstrafen. Diese reichen von 300  Euro bis 3.000 Euro.

Ersatzmaut für Lkw und Busse (Kraftfahrzeuge über 3,5t hzG)

Ein ähnliches Schema gilt für die GO-Box und die damit verbundene fahrtleistungsabhängige Maut. Auch hier bekommt der Mautpreller die Möglichkeit, innerhalb von fünf Stunden und 100 Kilometern, die Maut nachzuzahlen (zum Beispiel an einer GO Vertriebsstelle). Nur wenn diese Maut nicht bezahlt wird, ist eine Ersatzmaut fällig. Wie viel Ersatzmaut fällig ist, hängt vom Vorfall ab. Sie beträgt 120 Euro, wenn beispielsweise die Achsen zu niedrig eingestellt waren. 240 Euro werden fällig, wenn etwa keine GO-Box mitgeführt wurde oder die GO-Box unzureichendes Guthaben aufwies. Wird die entsprechende Ersatzmaut nicht beglichen, folgen Verwaltungsstrafen von 300 Euro bis 3.000 Euro.

Vereidigte Mitarbeiter

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SKD sind fundiert ausgebildet. Zwei unumgängliche Eigenschaften sind allen Mitarbeitern gemein: Sie sind ausgesprochen konfliktfähig und haben ein lupenreines Führungszeugnis. Die achtwöchige Ausbildung erfolgt in den Bildungszentren der Sicherheitsexekutive. Über fünf Wochen wird Theorie gepaukt, ein sechzehnstündiger Erste-Hilfe-Kurs bringt erweiterte Fähigkeiten als Ersthelferin, -helfer. Ab der sechsten Woche geht es dann ab in die Praxis: Raus auf die Straße, hin zum direkten Kundenkontakt. Mit einer kommissionellen Prüfung schließt die Ausbildung zum vereidigten Mautaufsichtsorgan ab. Damit sind alle SKD-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der ASFINAG bestimmt und als Organe der öffentlichen Aufsicht von den Bezirksverwaltungsbehörden bestellt und vereidigt.

Automatische Vignettenkontrolle

Das offene Mautsystem im Netz der ASFINAG wird nicht nur manuell kontrolliert. Seit Dezember 2007 wird mit Kameras – ähnlich einer Geschwindigkeitskontrolle mittels Radar – die Vignettenkontrolle über ein Kamerasystem durchgeführt. Die Automatische Vignettenkontrolle (AVK) ist eine ergänzende Komponente zur manuellen Vignettenkontrolle. Dort, wo aus Gründen der Verkehrssicherheit keine Ausleitung und Anhaltung durch die Mautaufsicht möglich ist, kommt die AVK zum Einsatz (zum Beispiel auf mehrspurigen Stadtautobahnen). Derzeit sind neun Kamerasysteme in Verwendung. Die Standorte der mobilen Anlagen wechseln alle sieben bis 14 Tage.

So funktioniert das „elektronische Auge"

Das Kameragehäuse wird über einer Fahrspur montiert und überprüft von dort aus zweispurige Kraftfahrzeuge bis 3,5t höchst zulässigem Gesamtgewicht. Fahrzeuge ohne gültige Vignette werden vom Aufnahmesystem erkannt. Ausschließlich in begründeten Verdachtsfällen werden vom System sowohl ein Überblicksbild mit Kennzeichen als auch ein Detailbild von der Windschutzscheibe aufgenommen und abgespeichert. Anschließend werden die Beweisbilder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im ASFINAG Enforcement Center zusätzlich noch manuell auf Richtigkeit überprüft. Hier gilt immer der Grundsatz: Im Zweifel für den Kunden!

Kontrolle von Pkw, Motorrad und Lkw
Der GO-Box Check erfolgt im SKD Fahrzeug

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