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A 7 jetzt mit Pilotprojekt Anti-Stau-System

Seit 16. Oktober 2014 ist sie in Betrieb: Die „intelligente" Ampel an der A 7 Auffahrt Franzosenhausweg bei Linz. „Grünes Licht" gaben Verkehrsminister Alois Stöger, Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl, der Linzer Bürgermeister Klaus Luger und ASFINAG Vorstand Alois Schedl. Mittels rascher Abfolge von Rot-Gelb-Grün wird zu den Stoßzeiten jedes einzelne Fahrzeug kurz angehalten und somit das Auffahren ganzer Pulks verhindert. Die Verkehrsteilnehmer finden dadurch leichter eine Lücke zum zügigen Einordnen vor. "Mit dieser intelligenten Ampelanlage an der A 7 wollen wir den werktäglichen Pendler-Stau aus der oberösterreichischen Landeshauptstadt verringern", betont ASFINAG Vorstand Alois Schedl. "Unsere Ziele dieses Gemeinschaftsprojektes mit dem Land Oberösterreich: Weniger Stau und Emissionen, besserer Verkehrsfluss und mehr Verkehrssicherheit im Ballungsraum Linz", so Schedl

So funktioniert die intelligente Ampel

  • Das System ist in die neue Verkehrsbeeinflussungs-Anlgae (VBA) im Großraum Linz eingebunden. Auf der Hauptfahrbahn messen Sensoren der VBA ständig die Stärke des Verkehrs.
  • Erst wenn es auf der A 7 zu ersten Staus kommt, schaltet sich die Ampel ein. Dann erkennen auch die Sensoren auf der Rampe jedes auffahrende Auto.
  • Durch die rasche Abfolge von Grün-Gelb-Rot - jedes Signal wird mindesten eine Sekunde angezeigt - werden die auffahrenden Autos kurz angehalten und einzeln auf die Autobahn gelassen. Dadurch wird der auffahrende Pulk in Einzelfahrzeuge aufgeteilt. Es gilt: Bei Grün nur ein Fahrzeug.
  • Damit es zu keinem langen Rückstau auf der Auffahrtsrampe kommt erkennen Sensoren auch, wie weit die Fahrzeuge auf der Rampe stehen und melden an die Ampel, wieder auf Grün zu schalten.
  • Sobald der Verkehr auf der A 7 wieder fließt, schaltet sich die Ampel automatisch wieder aus, und die Autos können ungehindert auffahren.

Mehr Verkehrssicherheit - weniger Emissionen

Zuflussregelungsanlagen wie diese auf der A 7 sollen vor allem die Effizienz des Autobahnnetzes als auch die Verkehrssicherheit in den täglichen Morgen- und Abendspitzen erhöhen. Die Freigabe von jeweils nur einem Fahrzeug führt zu einer Trennung der von der Rampe auf die Autobahn fahrenden Fahrzeugkolonnen. Dadurch gibt es weniger Spurwechsel und Konflikte zwischen Zufahrtsspur und Hauptfahrbahn. Dies wiedeurm erhöht die Verkehrssicherheit und senkt die Unfallzahlen. Durch den gleichmäßigen Verkehrsfluss auf der Autobahn kann die Fahrgeschwindigkeit relativ konstant gehalten werden. Dies hat den positiven Nebeneffekt, dass Emissionen reduziert werden können.

Ein Monat "Blindbetrieb" zur Datenauswertung

Seit etwa einem Monat sind bereits Sensoren auf der Rampe zur A 7 aktiv und sammeln Daten zur Verkehrsstärke oder zum gefahrenen Tempo. Die Anlage „lernte" so zunehmend die Daten gemeinsam mit den Infos von der Verkehrsbeeinflussung auf der nahen Hauptfahrbahn zu interpretieren und die für optimalen Verkehrsfluss geeigneten Rot- oder Grünphasen zu berechnen.

Nach vielen Feintunings der Rechenmodelle dosiert die Ampel seit 16. Oktober 2014 aktiv den Zufluss. Als Fahrzeug-Aufstellfläche dient die Rampe über ihre gesamte Länge. Durch ständige Beobachtung, Anpassung der Schaltungen oder Deaktivierung der Ampel wird der Rückstau in das untergeordnete Netz so gering wie möglich gehalten. Bewährt sich das System, soll es sukzessive auf weiteren heimischen Autobahnen zur Anwendung kommen. 

International bewährt: Zuflussregelungsanlagen

Zuflussregelungsanlagen (ZFR) sind eine international bewährte Maßnahme für mehr Leistungsfähigkeit an Anschlussstellen hoch frequentierter Autobahnen. Die ersten dieser Anlagen wurden bereits in den 1960er Jahren in den USA errichtet, in Europa hielt das System in den 1990er Jahren Einzug. Auch Belgien, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Ungarn und vor allem Deutschland setzen auf derartige Anlagen. Allein im bevölkerungsreichen Nordrhein-Westfalen sind im dichten und stark frequentierten Autobahnnetz rund 80 ZFR in Betrieb.

Gaben "grünes Licht": ASFINAG Vorstand Alois Schedl, Verkehrsminister Alois Stöger, Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl, der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (v.l.n.r.)
Systemskizze des Anti-Stau-Systems

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