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Archäologische Grabungen

ASFINAG baut Autobahnen nicht nur verkehrssicher und umweltverträglich, sondern bringt oftmals jahrtausendealte „Schätze" ans Tageslicht.

Archäologische Rettungsgrabungen vor dem Bau neuer Autobahnen und Schnellstraßen sind notwendig, um Denkmale aus der Vergangenheit zu bewahren.

Freilegung von Verdachtsflächen

Archäologische Grabungen gehören heute zu den international üblichen Standards der Denkmalpflege. Sogenannte „Verdachtsflächen" werden im Rahmen von Luftbildflügen geortet und genau vermessen. Anschließend werden die entsprechenden Parzellen festgelegt – die Arbeit der Archäologen des Bundesdenkmalamtes kann beginnen. Um mögliche Zerstörungen von Funden zu vermeiden, werden die Erdgrabungsarbeiten meisstens manuell durchgeführt. Sämtliche Funde werden anschließend nummeriert, gereinigt und restauriert. Wertvolle kulturelle Aufschlüsse bleiben damit der Nachwelt erhalten.

3.200 Jahre alte Grabkammer an S 10

Einen besonderen Fund machten Archäologen bei Grabungen an der S 10 Mühlviertler Schnellstraße: ein 3.200 Jahre altes Gräberfeld aus der Hallstattzeit. Insgesamt wurden 14 Grabhügel mit einem Durchmesser von mehr als 20 Meter und einer Höhe von bis zu zwei Meter freigelegt und dokumentiert. Innerhalb eines dieser Grabhügel fand man eine Grabkammer, eingefasst aus Granitsteinen. Sie war etwa 16 Quadratmeter groß, knapp ein Meter hoch und bestand aus aufeinander geschichteten Granitsteinen. Bei der Untersuchung der Verfüllung dieser Kammer zeigte sich, dass sie „antik", also kurz nach der Grablegung beraubt worden war. Offenbar wurden dabei alle wertvollen Metallobjekte entfernt und lediglich die Bruchstücke zerbrochener Keramikgefäße an Ort und Stelle belassen. Wie anhand dieser Scherben seitens der Archäologen beurteilt werden konnte, stammen die Hügelgräber an der S 10 aus der frühen Hallstattkultur, also zirka aus dem siebten Jahrhundert vor Christi. Der Bau der S 10 brachte damit ein Stück Kulturgeschichte des Landes Oberösterreich ans Tageslicht. Die Keramikbruchstücke wurden vom Denkmalamt aufwändig restauriert und teilweise wieder zu ganzen Gefäßen zusammengeführt.

3.200 Jahre alte Gefäße nach Restaurierung
Steinerne Grabkammer nach der Freilegung
Grafische Rekonstruktion des Hügelgrabes

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