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Autobahn versus Autostraße – der feine Unterschied

Autobahn, Autostraße, Schnellstraße – ist das nicht alles dasselbe? Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen den einzelnen Bezeichnungen? Vorweg gegriffen, ja, es gibt ihn, den feinen Unterschied. Wir klären auf.

Allen drei Straßentypen gemein ist: Es handelt sich dabei um Fernstraßen, die für den schnellen überregionalen Verkehr gedacht sind. Unterschiede bestehen vorrangig im Ausbaustandard und in der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Diese Kriterien sind in Österreich in der Straßenverkehrsordnung (kurz: StVO) geregelt.

Autobahn

Autobahnen sind Freilandstraßen und daher nie im Ortsgebiet, auch wenn sie quer durch Städte verlaufen (beispielsweise die Wiener Südosttangente ). Sie müssen gemäß StVO stets zwei baulich getrennte Richtungsfahrbahnen mit mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung aufweisen. In der Regel ist auch ein zusätzlicher Pannenstreifen vorhanden. Die meisten Autobahnen in Österreich verfügen über eine bauliche Mitteltrennung in Form von modernen Betonleitwänden. Dadurch sollen Frontalzusammenstöße beziehungsweise ein Überschlagen auf die Gegenfahrbahn verhindert werden. Ein weiteres Charakteristikum von Autobahnen ist die sogenannte „Niveaufreiheit", also Kreuzungsfreiheit.  So erfolgt der Übergang von einer Autobahn auf eine andere durch Brücken oder Unter-/Überführungen. Für Übergänge in das untergeordnete Straßennetz wiederum sorgen Anschlussstellen.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Österreichs Autobahnen beträgt für Pkw und Motorräder 130 km/h, für Pkw mit Anhänger, Busse und Lkw 100 km/h, sofern die Behörde keine geringere Höchstgeschwindigkeit erlässt. In emissionsbelasteten Regionen wird die Geschwindigkeit nachts zwischen 22.00 Uhr und 05.00 Uhr Früh je nach Fahrzeugkategorie auf 100 / 80 / und 60 km/h gedrosselt.

Autobahnen dürfen nur von Kraftfahrzeugen benutzt werden, die eine Bauartgeschwindigkeit von mindestens 60 km/h aufweisen. Dementsprechend sind Fahrräder, Motorfahrräder, Microcars und Fuhrwerke auf Autobahnen verboten.

Autostraße

Autostraßen sind ebenso Fernstraßen, können aber, im Gegensatz zu Autobahnen, auch in Ortsgebieten liegen. In der Regel unterscheiden sich Autostraßen von Autobahnen dadurch, dass ihre bauliche Ausgestaltung sparsamer erfolgt als die von Autobahnen. Die Bandbreite reicht daher von einem autobahnähnlichen Straßenquerschnitt bis hin zu einer herkömmlichen Landstraße.

Die Höchstgeschwindigkeit auf Autostraßen beträgt 100 km/h beziehungsweise 50 km/h im Ortsgebiet, es sei denn, Verkehrszeichen schreiben eine andere Geschwindigkeit vor. Auch Autostraßen, wie Autobahnen, dürfen nur von Kraftfahrzeugen benutzt werden, die eine Bauartgeschwindigkeit von mindestens 60 km/h aufweisen. Autostraßen, die als Landesstraße gekennzeichnet sind (beispielsweise die B 311 Pinzgauer Straße) sind nicht vignettenpflichtig. Diese Straßen werden von den Straßenmeistereien der jeweiligen Bundesländer erhalten.

Schnellstraße

Schnellstraßen sind, wie Autobahnen, Bundesstraßen und werden von der ASFINAG erhalten. Auf ihnen gilt daher die Vignettenpflicht. Mit der Änderung von 2006 des Bundesstraßengesetzes 1971 wurden sämtliche Unterscheidungen von Schnellstraßen und Autobahnen aufgehoben. Der Ausbaustandard von Schnellstraßen in Österreich ist daher in den meisten Fällen ident mit jenem von Autobahnen. Es gibt zwar noch einige Schnellstraßen ohne Autobahnquerschnitt, diese werden jedoch sukzessive ausgebaut.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Schnellstraßen in Österreich beträgt, wie auf Autobahnen, für Pkw und Motorräder 130 km/h, für Pkw mit Anhänger, Busse und Lkw 100 km/h, sofern die Behörde keine geringere Höchstgeschwindigkeit erlässt.

Hinweiszeichen "Autobahn/Schnellstraße" in Österreich
Hinweiszeichen "Autostraße" in Österreich

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