Wussten Sie Archiv

Brücken verbinden

ASFINAG errichtet Autobahnen, damit die Verkehrsteilnehmer sicher, möglichst ungehindert und bequem von A nach B kommen. Der Bau von Infrastruktur in einem Gebirgsland wie Österreich erfordert jedoch Ingenieurskunst auf höchstem Niveau. Denn die Topographie unseres Landes bringt es mit sich, dass manche Barrieren nicht nur durch Tunnel, sondern auch über viele Brücken überwunden werden müssen.

5.204 Brücken im ASFINAG Netz

Rund 2.200 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen umfasst das Netz der ASFINAG, und darauf befinden sich 158 Tunnel und – man glaubt es kaum – insgesamt  5.204 Brücken. Diese oft hohen und langen Bauwerke sind nicht nur aufwendig zu errichten, sondern ebenso aufwendig in der Erhaltung. Denn Brücken müssen, wie auch Tunnel, regelmäßig gewartet werden. Dies geschieht mit sogenannten Brückeninspektionsgeräten, mit denen sich in luftiger Höhe und schwierig zugänglichem Raum arbeiten lässt. Diese Gerätschaften verfügen über einen Korb, der es ermöglicht, Brücken auch von unten zu inspizieren.

 

Brücke ist nicht gleich Brücke

Allen Brücken gemeinsam ist: sie überwinden natürliche „Hindernisse" wie etwa Täler oder Flüsse. Was sie jedoch unterscheidet ist die Bauweise, die für den jeweiligen Ort und die Lage angepasst werden muss. Im ASFINAG Netz gibt es topografisch bedingt viele Brückenarten. Nachstehend ein Überblick über die vorwiegenden Tragwerkstypen.

Balkenbrücken

Bei Balkenbrücken wird das Tragwerk (Balken) auf Pfeilern gelagert. Dieser Brückentyp kommt oft bei großen Tragwerken zum Einsatz und wird in der Regel aus Stahlbeton oder Spannbeton hergestellt. Im ASFINAG Netz gibt es derzeit rund 3.100 Balkenbrücken, die wohl bekannteste ist die Europabrücke auf der A 13 Brenner Autobahn. Mit einer Höhe von 190 Metern über Grund ist sie die höchste Balkenbrücke Europas. Am 17. November 2013 feierte die Europabrücke übrigens ihr 50 Jahr-Jubiläum. Sie wurde 1963 von Bundeskanzler Alfons Gorbach mit den Worten „(…) verbinde in Frieden und Freiheit die Völker Europas (…)" für den Verkehr freigegeben.

Rahmenbrücken

Bei Rahmenbrücken sind die Pfeiler statisch gemeinsam mit dem Tragwerk verbunden. Aufgrund vonTemperatureinflüssen (die Brücke dehnt sich bei hohen Temperaturen aus und zieht sich bei niedrigen wieder zusammen) entstehen Zwängungskräfte, die bei der Planung und Berechnung berücksichtigt werden müssen. Wartungsintensive Lager fallen hingegen weg. Rahmenbrücken werden oft für Überführungen über die Autobahn verwendet. Derzeit gibt es auf unserem Autobahnen- und Schnellstraßennetz rund 1.800 Rahmenbrücken.

Bogenbrücken

Bogenbrücken kommen häufig bei tief einschneidenden Tälern zum Einsatz, in denen die Herstellung hoher Pfeiler unwirtschaftlich ist. Diese Art von Brücken hat eine hohe ästhetische Ausstrahlungskraft und fügt sich daher gut in das Landschaftsbild ein. 2014 wurde die Bogenbrücke auf der S 10 Mühlviertler Schnellstraße gebaut. Dieses 260 Meter lange Bauwerk quert die Feldaist in 60 Metern Höhe und wird mit Hilfe eines Holzbogengerüstes errichtet. Insgesamt gibt es bislang 60 Bogenbrücken in unserem Streckennetz.

Hängebrücken

Dieser Brückentyp gilt als „König" der Brücken. Hängebrücken sind in der Regel nur bei außerordentlich großen Spannweiten sinnvoll. Die ASFINAG baut derzeit im Zuge der Errichtung der A 26 Westring Linz eine zirka 300 Meter lange Hängebrücke als stützenfreie Donauquerung. Diese vierte Linzer Donaubrücke wird einzigartig zwischen felsenartigen Abhängen eingehängt und fügt sich optimal in die Landschaft.

A 26 Westring Linz, Visualisierung 4. Linzer Donaubrücke
Rahmenbrücke über A 1 West Autobahn
Bogenbrücke auf Mühlviertler Schnellstraße in Bau

50 Jahre Europabrücke

820 Meter lang, 192 Meter hoch und auf fünf imposanten Stahlbetonpfeilern stehend ist die Europabrücke die höchste Brücke Österreichs. Am 17. November 1963 eröffnete der damalige Bundeskanzler Alfons Gorbach die Europabrücke – als Wahrzeichen für Völkerverbindung und Mobilität sowie für den damaligen Fortschritt der Baukunst der 60er Jahre. Die immensen Dimensionen der Brücke stellte die Ingenieure damals vor gewaltige Aufgaben. 70.000 Kubimeter Beton, 55.000 Kubikmeter Erd- und Felsmassen, über 6.000 Tonnen Stahl und ein viereinhalb Jahre Bauzeit: Das Jahrhunder-Bauwerk übertraf bei Planung, Bau und im Betrieb alle Erwartungen.

50 Jahre nach Verkehrsfreigabe passieren über zwölf Millionen Fahrzeuge pro Jahr die Europabrücke.

 

Bau der Europabrücke

Downloads zu diesem Thema

Weiterführende Links