Wussten Sie Archiv

Internationale Projekte

Als zukunftsorientierte Unternehmen arbeitet die ASFINAG nicht allein auf nationaler Ebene. Ohne Wissen gibt es keine Innovationen, daher ist Erfahrungsaustausch besonders wichtig. Deshalb arbeitet die ASFINAG auch an einigen internationalen Projekten, von denen wir hier in unserer „Wussten Sie" Kolumne die größten vorstellen wollen.

Projekt EASYWAY

Von 2007 bis 2013 war die ASFINAG innerhalb des EU-Infrastrukturförderprogrammes EASYWAY zentrale Ansprechperson und Kommunikationsdrehscheibe aller Projektpartner innerhalb Österreichs. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) wurden hier in der Vergangenheit so erfolgreiche Verhandlungen mit der EU geführt, dass Österreich hinter Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien mit 9,7 Millionen Euro das sechstgrößte Förderbudget aushandeln konnte. Europaweit vereint EASYWAY über 120 Projektpartner, die sich im Rahmen des Projekts regelmäßig austauschten.

Derzeit befindet sich das Projekt in der finanziellen Abschlussphase, das bedeutet, die Rechnungen aller Förderschwerpunkte werden gesammelt und bei der Kommission eingereicht.  Auf europäischer Ebene hat EASYWAY verstärkt zur Verkehrssicherheit beigetragen. So sind beispielsweise die ungarischen Verkehrsbeeinflussungsanlagen über das Projekt subventioniert worden. Für Kunden der ASFINAG hat EASYWAY etwa die Umsetzung der Verkehrsbeeinflussungsanlagen auf der A 23 und A 1 in Wien beziehungsweise der A 7 in Linz unterstützt. Auch diverse Service-Tools wie die Lkw Stellplatzinformation profitierten von EU-Mitteln. Weiters haben bereits erste Abstimmungen mit Nachbarländern begonnen, um den Datenaustausch von Verkehrsinfodiensten zu starten. So sollen in der Zukunft etwa Lkw Stellplatzinfos auch auf grenznahen Stellplätzen über maps.asfinag.at aufgerufen werden können.

Projekt ECO-AT

Die Vision einer sicheren und intelligenten Mobilität wird durch die direkte Kommunikation von Fahrzeugen mit der straßenseitigen Infrastruktur und Verkehrszentralen erreicht. Für das nationale Projekt Testfeld Telematik wurde dies bereits auf nationaler Ebene erprobt. Das Folgeprojekt heißt European Corridor - ECO-AT - und fußt auf einer Kooperation der Straßenbetreiber Deutschlands, der Niederlande und Österreichs. Das Ziel ist ein telematisch ausgerüsteter Korridor von Rotterdam bis Wien um Gefahren zu erkennen, bevor sie zur Bedrohung werden.

Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie wird die schrittweise Einführung kooperativer Systeme in Europa geplant. Hierzu unterzeichnete die frühere Verkehrsministerin Doris Bures mit ihrem deutschen Amtskollegen Peter Ramsauer und der niederländischen Infrastrukturministerin Melanie Schultz van Haegen im Juni 2013 ein Abkommen: Auf einem Korridor, der von Rotterdam über Frankfurt am Main nach Wien führt, sollen die ersten kooperativen intelligenten Verkehrsdienste in einer einzigartigen Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Ministerien, Autobahnbetreibern und der Fahrzeugindustrie umgesetzt werden.

Dieser Schritt ist als großer Erfolg der ASFINAG Aktivitäten in der CEDR (Conférence Européenne des Directeurs des Routes - Vereinigung der europäischen Straßenbetreiber) zu werten, wo das BMVIT - vertreten durch die ASFINAG - maßgeblich an der Entwicklung dieses Korridors in enger Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie beteiligt war.

Projekt REETS-TEN

Dieses Projekt stellt einen wichtigen Schritt in Richtung Interoperabilität (praktisch "Roaming in elektronischen Mautsystemen") dar. Ziel ist, dass es zukünftig möglich sein soll, mit einem Gerät und einem Vertrag in allen europäischen, elektronischen Mautsystemen die Maut zu bezahlen. Daher rührt auch der Name des Dienstes "EETS – European Electronic Toll Service".

Das Konsortium besteht aus allen Mautbetreibern aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Schweiz, Spanien und Österreich sowie zwölf internationalen Tankkartenunternehmen bzw. Zahlungsdienstleistern. Die ASFINAG hat als Koordinator dieses internationalen Konsortiums das Projekt "Regional European Toll Service (REETS TEN)" bei der EU Kommission erfolgreich eingereicht. So werden Fördermittel aus dem Topf für Transeuropäische Netze auch an die ASFINAG gehen.

Montage (c) ASFINAG/Fotolia

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