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Lebensraum Autobahnbrücke

An Talübergängen oder über Flüsse hinweg braucht es Brücken um Autobahnen- und Schnellstraßen entlang ihrer festgelegten Trasse zu führen. Doch während auf der Brücke der Verkehr fließt, eignen sich Wildtiere indes die Bereiche unter-, in - und um das Bauwerk als Lebensraum an. Sowohl Vögel als auch Fledermäuse nehmen die künstlichen Bauwerke als so genannte Sekundärlebensräume an.

 

Nistplatz Brücke

Vögel nutzen Brücken dann als Neststandorte, wenn Sie den Tieren zweckmäßig dienen. Die Anforderungen an den natürlichen Lebensraum müssen also auch von einem vom Menschen erschaffenen Bauwerk erfüllt werden. Die Kohlmeise als Höhlenbrüter sucht zum Beispiel nach Nischenstrukturen wie sie eine Hohlkastenbrücke im Inneren bietet,  wo hingegen die Mehlschwalbe nach felsartigen Bedingungen Ausschau hält um ihr Nest anzubringen.  Für sie sind demnach Brückenpfeiler gleich unterhalb der Brücke interessant.

Hohlkastenbrücken als Fledermaus Sommerquartier

Weitaus weniger anspruchsvoll als Vögel gehen Fledermäuse die  Wahl ihres Lebensraumes an. Die nachtaktiven Tiere sind lange dafür bekannt menschengemachte Unterschlüpfe wie Minen oder Dachböden als Schlafplatz zu akzeptieren. Unser Foto stammt aus dem Dachboden des Stifts Klosterneuburg, wo auch nach der Renovierung ganzjährig eine Fledermausfamilie lebt. Fledermäusen nutzen bauliche Öffnungen um den Innenraum einer Hohlkastenbrücke zu besiedeln. Die meisten Brücken werden über die Sommermonate genutzt. Hier schließen sich die weiblichen Tiere zusammen, gebären die Jungtiere und bilden gemeinsam so genannte Wochenstuben. Im Herbst suchen Fledermäuse ihr Winterquartier auf, das ausreichend Schutz vor Außeneinflüssen und Kälte bieten muss. Die kalte Jahreszeit verschlafen die kleinen Säugetiere.

Volgelnest in einer Hohlkastenbrücke an der S 36.
Wochenstube von Fledermäusen (© Bill Lorenz).

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