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Marderschreck – was wirklich hilft

Sie sind wieder aktiv: Die Martes Foina, besser bekannt als Steinmarder. Diese Fremdbewohner nimmt man allerdings erst am nächsten Morgen wahr. Das Auto springt schlecht oder gar nicht an, hat keine Leistung oder verliert irgendeine Flüssigkeit. Ob Achsmannschetten, Zündkabel oder Bremsschläuche: Wir sagen Ihnen, wie Sie Mardern den Appetit an Ihrem Auto verderben.

Sie haben einen katzenförmigen Körper, werden bis zu drei Kilogramm schwer und haben 38 spitze Zähne: Marder. Sie werden von der Wärme des Automotors angelockt und können mühelos ein Fahrzeug lahm legen. Mit ihren kleinen, scharfen Zähnen bearbeiten sie vorwiegend Zündkabel, Bremsschläuche, Kühlwasserschläuche oder die Scheibenwaschanlage. Oft wird ein Marderbiss nicht gleich bemerkt, weil die Zähne der Tiere nur kleine Einstiche verursachen. Wenn Sie jedoch Marderspuren auf Motorhaube oder Windschutzscheibe entdecken, sollten Sie eine Motorwäsche durchführen, um den Marderduft aus dem Motorraum zu beseitigen. Denn die kleinen Nager hinterlassen Duftstoffe, die weitere Artgenossen anlocken könnten.

Kein Hausmittel hilft dauerhaft

Sie schwören auf kleine Säckchen mit Hunde- oder Katzenhaaren, WC-Steine, Abwehrsprays oder Mottenkugeln? Was immer Sie als „Geheimtipp" gehört haben – vergessen Sie's. Die Düfte verfliegen zu schnell, um die Nager nachhaltig zu vertreiben. Vor allem aber gewöhnen sich Marder sehr schnell auch an üble Gerüche und lassen sich dadurch nicht mehr stören.

Wirksame Schutzmaßnahmen

Abhilfe gegen die hartnäckigen Nager schaffen Ultraschall- und Elektroschockgeräte. Dabei werden an den „Marder-Einstiegsstellen" auf der Unterseite des Motorraums Metallplättchen montiert. Berührt ein Marder eines dieser Kontaktplättchen, erhält er einen Stromschlag, vergleichbar mit einem Weidezaun. Der erschreckt und vertreibt ihn. Dank Strombegrenzung besteht keine Gefahr für Mensch und Tier.

Auch Ummantelungen aus Hartkunststoff für Zünd- und andere Elektrokabel schützen vor Marder-Bissattacken. Achsmannschetten, Dämmmatten und Kühlschläuche bleiben so jedoch ungeschützt. Im Handel angeboten werden weiters noch Anti-Marder-Stäbchen, Marderteppiche und Maschendrähte, die unter dem Fahrzeug angebracht werden. Egal wofür Sie sich entscheiden: Schutzmaßnahmen lohnen sich auf jeden Fall angesichts der möglichen Schadenshöhe nach einer Marderattacke.

Was zahlt die Versicherung?

Die Folgen eines Marderbisses können Kurzschlüsse, ein zerstörter Katalysator oder im schlimmsten Fall ein Motorschaden sein. Den Schaden deckt nicht jede Kaskoversicherung ab. Einige Anbieter übernehmen Reparaturkosten aufgrund von Marderschaden. Ersetzt werden je nach Vertrag oft nur die unmittelbar beschädigten Teile aber nicht eventuelle Folgeschäden. Zieht beispielsweise ein zerbissener Kühlwasserschlauch einen Motorschaden durch Überhitzung nach sich, so sind möglicherweise nur die Kosten für den Kühlwasserschlauch abgedeckt. Hier empfiehlt sich, bei der Versicherung nachzufragen, ob die pelzige Attacke Vertragsinhalt ist.

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