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Müdigkeit am Steuer

Müdigkeit ist nicht ausschließlich durch zu wenig Schlaf erklärbar. Autobahnfahrten – speziell solche in der Nacht – sind anstrengend. Sie dauern lange, sind gerade und monoton. Die wenigen Reize, die während einer Autobahnfahrt visuell verarbeitet werden müssen, unterfordern das Gehirn. Das Nervensystem schaltet den Ruhemodus ein. Müdigkeit ist die Folge.

„Ich wollte nur zügig nachhause, und plötzlich war ich weg." Diese Erinnerung eines verunglückten Autofahrers klingt nachträglich wie ein Geständnis. Müdigkeit am Steuer kann bis zum Sekundenschlaf führen. Eine tödliche Gefahr, die allzu häufig unterschätzt wird. Dies belegt eine repräsentative Umfrage des ÖAMTC mit mehr als 2.000 Autofahrern. 14 Prozent aller Befragten sind schon einmal hinter dem Steuer eingeschlafen beziehungsweise hatten Sekundenschlaf. Sogar jeder Dritte ist schon einmal fast eingenickt!

 

Die Folgen sind dramatisch. Setzt man sich nach 24 schlaflosen Stunden hinters Steuer, sind die verzögerten Reaktionszeiten mit jenen von einem Promille Alkohol im Blut vergleichbar.

Erste Anzeichen: Gähnen, Augenreiben, Zwinkern

Sekundenschlaf kündigt sich an. Häufiges Augenreiben, kaum zu unterdrückendes Gähnen, vermehrtes Augenzwinkern, trockene, juckende Augen sind unverkennbare Indizien. Unvermeidbar kommt es jetzt zu Aufmerksamkeits- und Konzentrationseinbußen, verlängerten Reaktionszeiten, Falscheinschätzungen von Entfernungen und Geschwindigkeiten. Allein das Halten der Fahrspur strengt an.

Das hilft, wenn man müde ist

Weder Kaffee, noch das geöffnete Seitenfenster sind Patentrezepte gegen Müdigkeit. Was jetzt noch hilft, ist eine Pause. 20 bis 30 Minuten Rast oder Schlaf können die Müdigkeit deutlich reduzieren und verbessern die Reaktionszeit um ein Vielfaches.

Stop! Wer müde ist, muss rasten.

Sekundenschlaf

Wer bei 130 km/h auf der Autobahn fünf Sekunden einnickt, ist 180 Meter völlig reaktionslos unterwegs.

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