Wussten Sie Archiv

Neue Brückentechnologie – nachhaltig und kosteneffizient

Wer über eine Brücke fährt, merkt oft den Übergang zwischen Brücke und weiterem Fahrbahnverlauf. „Schuld" daran sind Dehnfugen, sogenannte Dilatationen, die am Anfang und Ende den Talübergang mit dem Straßendamm verbinden. Werden diese überfahren, so beeinträchtigt dies nicht nur den Fahrkomfort, sondern stellt auch eine gewisse Lärmquelle dar. Sogenannte integrale, also fugenlose Brücken sollen künftig Abhilfe schaffen.

Innovativer Brückenbau

Bei Brücken mit großen Tragwerkslängen können am Anfang und Ende Verformungen über einige Dezimeter entstehen. Diese entstehen primär aufgrund des jahreszeitlichen Temperaturverlaufs: Im Sommer dehnt sich Beton aus, im Winter wiederum zieht er sich zusammen. Diese Verschiebungen zwischen Tragwerk und anschließendem Straßendamm werden bislang großteils durch Dehnfugen ausgeglichen. Diese robusten und kräftig verankerten Übergangskonstruktionen sind auf hochfrequentierten Straßenabschnitten zum Teil schon nach wenigen Jahren stark abgenützt. Die Folge: Umfangreiche und kostenintensive Instandsetzungsarbeiten, um den Sollzustand wieder herzustellen. Die innovative Brückenbauweise für sogenannte integrale Brücken soll die Erhaltungskosten künftig wesentlich verringern.

Integrale, fugenlose Brücken

Fugen- und lagerlose Brücken erfreuen sich national und auch international immer größerer Beliebtheit. Geringere Erhaltungskosten und die Erhöhung des Fahrkomforts sind nur einige Vorteile, die klar auf der Hand liegen. Bei integralen Brücken werden Tragwerk und Widerlager monolithisch, also aus einem Stück und zusammenhängend verbunden. Dadurch ist es möglich, fugenfreie Brückentragwerke ohne  Fahrbahnübergänge herzustellen. Um Temperaturschwankungen zu beherrschen und dem Betonschwinden entgegenzuwirken, wurden neuartige Widerlager in Form von dünnen Wandscheiben entwickelt. Diese wirken ausgleichend auf eine Brückenausdehnung im Sommer beziehungsweise Verkürzung im Winter. Der Vorteil für die Autofahrer: besserer Fahrkomfort und weniger Lärmbelastung. Auch die ASFINAG setzt vermehrt auf diese innovative Brückenbauweise. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die integrale Bauweise für Brücken kleiner und mittlerer Länge bis zu 200 Meter die wirtschaftlichste und technisch sinnvollste Lösung darstellt. Dadurch können dauerhafte und vor allem im Hinblick auf die Erhaltung nachhaltig und kosteneffiziente Brückenbauwerke hergestellt werden.

Downloads zu diesem Thema

Weiterführende Links