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Pilotprojekt "Zaubermarkierung"

Damit unsere Autobahnen und Schnellstraßen zu den sichersten in ganz Europa werden, führen nicht ausschließlich aufwändige Bauprojekte und Sanierungen zum Ziel. Entscheidende Impulse können durch releativ kleine Details gesetzt werden. Wie zum Beispiel das Pilotprojekt "Zaubermarkierung": Eine weltweit neue Bodenmarkierung verändert bei Kälte die Farbe und soll Fahrer so vor Glätte warnen.

Wenn es draußen kalt wird, steigt die Gefahr für Glätte. Ist es im Auto mollig warm und scheint vielleicht noch die Sonne, werden die äußeren Fahrbahnbedingungen von Kfz Lenkern gerne mal unterschätzt. - Eine ernstzunehmende Gefahr, denn bei Temperaturen von knapp über oder unter dem Gefrierpunkt wird der Bremsweg jedenfalls länger, selbst mit ausgezeichneter Winterbereifung. Der Sicherheitsabstand sollte vergrößert, die Geschwindigkeit verringert werden.

 

Die Aufmerksamkeit für Wetter- und Fahrbahnverhältnisse schärfen soll daher ein weltweit neuartiges Warnzeichen. Initiiert wurde das Projekt 2013 vom ASFINAG-Experten Erich Putz. Er ist für alle Bodenmarkierungen auf Autobahnen und Schnellstraßen zuständig und hat bei einer Wiener Farb- und Lackfirma um Input gebeten. Dort wurde ein Zusatzstoff für Bodenmarkierungsfarben entwickelt, der auf Kälte reagiert. So ist nun im Warndreieck ein Eiskristall zu sehen - allerdings nur, wenn die Fahrbahntemperatur null Grad oder weniger beträgt. Ist es wärmer, ist die Spezialfarbe beinahe unsichtbar. Für die Autofahrer ist so klar: Ist der blaue Kristall im roten Warndreieck sichtbar, heißt es runter vom Gas, Glätte droht!

 

Besonders an exponierten Stellen wie Brücken, Rampen oder Tunnelportalen kann es blitzartig zu Temperaturunterschieden auf der Fahrbahn kommen. Hier verortet man das ideale Einsatzgebiet für die innovative Bodenmarkierung. Aufgebracht sind in der 2013 gestarteten Pilotphase zwei Warnzeichen auf der A 2 Süd Autobahn - bei Pinggau und bei Graz, beide in Fahrtrichtung Wien. Die erste Pilotphase lief im Winter 2013/ 2014.

Das neue Warnzeichen wird mit vereintem Geschick appliziert.
Herr Putz (re) und Farberzeuger Herr Berger (li) und das fertige Kristall-Warnzeichen.

Rechtzeitig zur Wintersaison 2014/ 2015 wird das Projekt weitergeführt. An vier Stellen in der Steiermark, in Niederösterreich und im Burgenland wurden mehrere jeweils fünf Meter lange und 20 Zentimeter breite Teststreifen am Pannenstreifen sowie am Rand der ersten Fahrspur aufgebracht. „Dabei werden immer verschiedene Farbmischungen verwendet, auch die aufgetragene Dicke der Farbschicht ist jeweils unterschiedlich", erklärt Initiator und ASFINAG-Markierungsexperte Erich Putz.

Gefahrenstellen sichtbar machen sollen neue Bodenmarkierungen, die bei Kälte die Farbe wechseln.

Hier sind Testmarkierungen aufgebracht

  • A 2 Süd Autobahn bei Waltersdorf
  • A 2 Süd Autobahn bei Warth/Seebenstein
  • A 6 Nordost Autobahn bei Parndorf
  • A 21 Wiener Außenring Autobahn bei Alland

 

 

Phänomen Thermochromie

Die Eigenschaft bestimmter Substanzen, bei Temperaturschwankung die Farbe zu ändern, nennt sich Thermochromie. Bekannt ist dieses Phänomen vor allem im Zusammenhang mit Erwärmung, wie etwa bei optischen Thermometern, Stimmungsringen oder Kaffeehäferln.

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