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Vorbeugen hilft: Section Control schafft Tempodisziplin

Überhöhte Geschwindigkeit gerade in besonders gefahrenträchtigen Straßenabschnitten – Tunnel, Baustellen und gefahrenreichen Freilandstrecken – sind immer wieder Ursache schwerer Unfälle. Die Section Control hat sich als effektive Maßnahme zur Geschwindigkeitsreduktion bewährt. Festgesetzte Geschwindigkeitsbeschränkungen können wirksam überwacht werden. Diese Art der Kontrolle ist sicherer als Radaranlagen, da diese nur punktuell die Geschwindigkeit messen.

So funktioniert die Section Control

Das Fahrzeug wird samt Kennzeichen und Durchfahrtszeitpunkt bei der Einfahrt in den Überwachungsabschnitt aufgenommen. Bei der Ausfahrt wird das Auto erneut inklusive Zeitstempel aufgezeichnet. Nach dem Vergleich der Zeitstempel und unter Berücksichtigung der geeichten zurückgelegten Wegstrecke wird die Durchschnittsgeschwindigkeit des Fahrzeugs – abzüglich etwaiger Messtoleranzen – ermittelt. Falls die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschritten wurde, werden die aufgezeichneten Daten gespeichert. Wenn keine Überschreitung feststellbar war, werden alle Fahrzeugdaten gelöscht. Die Section Control (SC) unterscheidet übrigens zwischen ein- und mehrspurigen Fahrzeugen. Somit können auch verschiedene – von der Fahrzeugklasse abhängige – Geschwindigkeitsbeschränkungen überwacht werden (Motorräder, Pkw, Lkw und Busse).

 

 

Über eine definierte Wegstrecke wird das durchschnittliche Tempo des Kraftfahrzeuges berechnet.

Section Control und der Datenschutz

Die ASFINAG hält alle datenschutzrechtlichen Bestimmungen im Zusammenhang mit der Section Control ein. Die ASFINAG trägt die Anschaffungskosten der Section Control Anlagen und stellt sicher, dass sie Tag und Nacht verfügbar sind. Das Datensicherheitskonzept stellt sicher, dass die ASFINAG nur auf Betriebsdaten wie Störungsmeldungen Zugriff hat und nur die Exekutive Zugriff auf die aufgezeichneten Übertretungsdaten bekommt. Die jeweils zuständige Landesverkehrsbehörde führt die Geschwindigkeitsüberwachungen und bei Übertretungen auch die Verwaltungsstrafverfahren durch. Die Landesverkehrsbehörden erstatten ebenfalls die notwendigen Datenschutzmeldungen. Die aufgezeichneten Übertretungen – und nur solche werden länger als fünf Minuten gespeichert – werden von der Exekutive ausgewertet und der Bezirkshauptmannschaft beziehungsweise dem Magistrat zur Strafverfolgung weitergeleitet.

Erfolg in Zahlen

Die Section Control sorgt für gleichmäßige Geschwindigkeiten im überwachten Streckenabschnitt und damit für mehr Verkehrssicherheit. Das Beispiel der fixen Anlage im Kaisermühlentunnel (A 22) zeigt: Weniger Unfälle – das System funktioniert. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2003 ist die Durchschnittsgeschwindigkeit der Kraftfahrzeuge um 15 km/h zurückgegangen, es gibt um die Hälfte weniger Unfallereignisse, sogar 60 Prozent weniger Unfälle mit Personenschaden. Der stärkste Beweis für das Funktionieren der Section Control ist: Seit Inbetriebnahme 2003 gab es keinen einzigen Unfalltoten im Kaisermühlentunnel mehr.

Stationäre Standorte der Section Control

Nachstehende SC-Anlagen sind stationär. Darüber hinaus kommen bei Bedarf auch mobile Anlagen zum Einsatz.

  • A 22 Donauufer Autobahn – Kaisermühlentunnel
  • A 2 Süd Autobahn: Krumbach – Grimmenstein (nur Richtung Wien)
  • A 2 Süd Autobahn – Ehrentalerbergtunnel
  • A 7 Mühlkreis Autobahn - Bindermichl
  • A 9 Pyhrn Autobahn – Plabutschtunnel
Die Section Control ist auch mobil einsetzbar.

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