Wussten Sie Archiv

Wie wirkt eigentlich Salzstreuung?

Salz setzt den Gefrierpunkt von Wasser herunter. So kann der auf die Straße fallende Schnee getaut werden. Durch das Tauen wird aber die entstehende Salzlösung ständig verdünnt und verliert zunehmend an Schmelzlösung.

Damit gibt es theoretisch zwei Möglichkeiten: Warten auf wärmere Temperaturen oder - und das tut natürlich die ASFINAG: Wir streuen erneut Salz, um die Tauwirkung wieder anzukurbeln, und räumen gleichzeitig die anfallenden Schneemengen.

Streutechnologie im Wandel der Jahre

Dank intensiver Forschung in den vergangenen Jahren wurde die Streutechnologie enorm weiterentwickelt - ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Zu Beginn der Salzstreuung auf Österreichs Autobahnen wurde das Streusalz trocken ausgebracht. Dies hatte den Nachteil, dass ein Großteil der gestreuten Menge nur sehr kurz auf der Fahrbahn liegen blieb und bald wieder verweht wurde.

In den letzten Jahren hat sich daher die sogenannte Feuchtsalzstreuung durchgesetzt. Bei dieser Streutechnologie wird das Streusalz unmittelbar vor der Ausbringung auf dem Streuteller des Schneepflugs mit Sole, also mit in Wasser gelöstem Streusalz, befeuchtet. Das Mengenverhältnis dabei war anfangs 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Flüssigsole. Das befeuchtete Salz haftet deutlich besser auf der Fahrbahn und reduziert die Verluste im Vergleich zur Trockensalzstreuung.

Doch auch die Feuchtsalztechnologie mit nur 30 prozentigem Soleanteil weist immer noch erhebliche Verwehverluste auf. Die Lösung: Der Einsatz von Feuchtsalz mit noch höherem Soleanteil, der bei der Präventivstreuung bei Glätte sogar 100 Prozent Sole beträgt. Der wesentliche Vorteil: Das Streugut haftet gut auf der Fahrbahn und wir benötigen nur rund drei Gramm Salz pro Quadratmeter. Das ist etwa die Menge, die man auf ein Frühstücksei streut.

Neue Technologie bedingt Einsatz von Kombi-Streuern

Die Feuchtsalzstreuung mit hohem Soleanteil bedingt den Einsatz einer neuen Generation von Streufahrzeugen im Winterdienst. Diese verfügen neben dem konventionellen Streuteller auch über einen Sprühbalken mit Düsen zur Ausbringung der Flüssigsole. Da diese Streuer jedes Mischungsverhältnis von Trockensalz und Flüssigsole ausbringen können, nennen wir diese: Kombi-Streuer.

Fire Storm - der Helfer in der Not

Als „Retter in der Lkw-Not" gilt bei der ASFINAG der sogenannte Fire Storm. Nach rund zwei Testjahren steht nun für die A 21 Wiener Außenring Autobahn ein speziell für die dortigen Anforderungen ausgerüstetes Winterdienstgerät zur Verfügung. Zum Einsatz kommt das Heiß-Sole-Streugerät in erster Linie, um Wiederanfahrtshilfe für hängen gebliebene Lkw zu geben. Die heiße Sole wird mit sieben bar Druck auf die Fahrbahn gesprüht und „zerschneidet" den Schnee-/Eis-Belag. Die ASFINAG testet heuer erstmals, ob sich der Fire Storm Einsatz auch im herkömmlichen Räum- und Streudienst bewährt.

Rund vier Millionen Kilometer pro Jahr werden im Winterdienst von unseren Räumfahrzeugen zurückgelegt

Weiterführende Links