Traffic Manager - weniger Stau, mehr Sicherheit

Flüssiger Verkehr, Sicherheit, Information - was im April 2013 als Pilotprojekt gestartet wurde, ist mittlerweile fixer Bestandteil der ASFINAG: Die Traffic Manager sind aus dem Verkehrsgeschehen der Autobahnen und Schnellstraßen im Großraum Wien nicht mehr wegzudenken. Bis Ende 2014 haben sie bereits mehr als 20.000 Einsätze absolviert - von der Unfallabsicherung über die Begleitung von Sondertransporten bis hin zur Hilfe bei Pannen. Das Ziel der Traffic Manager: Vorbeugende Unfall- und Stauvermeidung und das im 24 Stunden Rhythmus an 365 Tagen im Jahr.

Durch die Traffic Manager findet Verkehrsmanagement da statt, wo es notwendig ist: Auf der Straße im innerstädtischen Verkehrsknotenbereich. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Die Wiener Stadtautobahnen sind die meistbefahrenen Straßen Österreichs. Mehr als  200.000 Fahrzeuge täglich sind im Großraum unterwegs. Schon ein kleiner Vorfall wie ein liegengebliebener Pkw kann im dichtbefahrenen Betreuungsgebiet (180 Kilometer Streckenlänge) große Auswirkungen haben.

Traffic Manager in Zahlen

  • 16 Mann starke Einsatztruppe
  • 24 Stunden / 7 Tage im Einsatz
  • 180 Kilometer Betreuungsgebiet in Wien und Umgebung

     

Die sofortige Infoweitergabe über Behinderungen und Umleitungen und die rasche Beseitigung - zum Beispiel durch Pannenhilfe - sind entscheidend, um den Verkehr am Laufen zu halten. Und gerade Pannen schlagen im täglichen Verkehr auf dem hochrangigen Netz zu Buche. So wickeln die Traffic Manager täglich bis zu sieben Panneneinsätze ab. Mit Erfolg: Das Beseitigen von Behinderungen durch Pannen oder Unfälle ist um mehr als neun Prozent beschleunigt worden. Und auch die Dauer von Totalsperren ist merkbar zurückgegangen. Komplettsperren wurden, gemessen an deren Dauer, um 22 Prozent verringert.
 

Zusammenspiel mit Einsatzorganisationen

Gutes Teamwork ist der Garant für das gute Gelingen aller Einsätze am hochrangigen Straßennetz. Denn nur wenn alle Beteiligten abgestimmt aufeinander handeln, kann Hilfe schnell erfolgen und die „Nachwehen" – wie Staus – so gering wie möglich gehalten werden. Teil des Erfolges der Traffic Manager ist daher auch die enge Kooperation mit den Blaulichtorganisationen und den sechs ASFINAG Autobahnmeistereien in Wien und Um-gebung wenn es darum geht, Ereignisse rasch und effizient abzuwickeln. Das Vertrauen in die Professionalität der Akteure und die Arbeitsteilung bringen hier den Vorteil: Die Traffic Manager als Ersthelfer, die Blaulichtor-ganisationen als Spezialkräfte und die Autobahnmeistereien als streckenverantwortliche Einsatzleiter.

Modernste Einsatzfahrzeuge für mobile Information

Gut erkennbar und mit modernster Technik ausgestattet sind die Einsatzfahrzeuge der Traffic Manager. Standardisierte ("Achtung Unfall!" oder "Rettungsgasse bilden") wie individuelle Info-Anzeigen (beispielsweise Ausweichmöglichkeiten) können direkt am Einsatzort den Autofahrern mitgeteilt werden. Damit wird die Information zum aktuellen Verkehrsgeschehen erstmals mobil.

Natürlich sind die Einsatzfahrzeuge mit dem ASFINAG Verkehrsmanagement verbunden. Damit können Reaktionen auf ein Ereignis auch an das Verkehrsleitsystem weitergegeben werden.

Und noch ein technisches Feature wohnt den Einsatzfahrzeugen inne. Sie sind mit 360 Grad Kameras ausgestattet und können damit auch von jenen Stellen Livebilder in die Verkehrsmanagementzentrale schicken, die nicht von den statischen Verkehrskameras abgedeckt sind. Das erleichtert und beschleunigt die Entscheidungsfindung.

Downloads zu diesem Thema

Service in der Gefahrenzone

Im April 2013 startete das Pilotprojekt Traffic Manager. Tauchen die Kollegen mit den neongelben Warnwesten auf, verschlägt es vielen erst den Atem – man glaubt, der Service- und Kontrolldienst waltet seines Amtes. Weit gefehlt, die Traffic Manger sind unterwegs, um den Verkehr in fluss zu halten. Was das genau bedeutet und wie das funktioniert haben wir während einer Einsatzschicht selbst erlebt.

Es ist der erste heiße Tag des Jahres als uns die Traffic Manager Andreas G. und Helmut R. an der U3 Station Gasometer abholen. Kurz vorgestellt, schon ging's los: Mit Blaulicht rasant von der A 23 Abfahrt Gasometer zu einem Unfall auf der S 1, Höhe Schwechat, Fahrtrichtung Wien. Noch während wir versuchen, uns Anfahrtsweg inklusive Umkehrmöglichkeit vorzustellen, fahren wir von der S 1 ab, gleich wieder auf und brausen sodann durch eine funktionierende Rettungsgasse zum Unfallort vor. Keine Frage, diese Herren kennen ihr Einsatzgebiet wie ihre Westentaschen.

Zwölf Einsätze in zwölf Stunden

Im Stakkato ging der Tag so weiter. Im Verlauf der nächsten sechs Stunden wurden noch zwei Pkws Starthilfe gegeben, zwei Lkw-Fahrer weg vom Pannenstreifen auf den nächsten Rastplatz geschickt - zum Schlafen (!). Ein Lkw mit Getriebepanne wurde erst mit der Wegbeschreibung zur Vertragswerkstatt ausgestattet, zur nächsten Bundesstraße eskortiert. Andernorts sammelte man einen geplatzten Lkw Reifen eines Kranwagens von beiden Fahrspuren der A 21 Höhe Gießhübl ein. Nicht dass Langeweile einkehrte, wurden noch diverse Kleinteile auf dem Pannenstreifen der A 2, vor der Raststation Guntramsdorf, aufgeklaubt. Kein Wunder: Der Tacho des niegelnagelneuen Einsatzautos weist nach knapp zwei Monaten 30.000 Kilometer aus.


Wie das so ist, wenn auf der Wiener Südost Tangente täglich 200.000 Fahrzeuge fahren, haben wir an diesem Tag selbst erlebt. Wer länger als einen Moment am schmalen Pannenstreifen der A 23 (zum Beispiel kurz vor der Abfahrt Inzersdorf) steht, spürt und sieht, dass jede zweite Sekunde ein Lkw mit 60 bis 80 km/h so dicht vorbeibraust, dass man bei geöffnetem Fenster ohne Schwierigkeiten den Seitenspiegel des vorbeifahrenden Fahrzeuges berühren könnte. Während uns die Druckwellen der Lkws sanft immer weiter Richtung rechte Autotür schieben, brausen mit jedem Wimpernschlag zig Fahrzeuge an uns vorbei. Dabei ist es so laut, dass man sein eigenes Wort kaum versteht. Gemütlich ist anders.


Am Anfahrtsweg zu den Einsätzen ist der Beifahrer mit Funk, Fahrzeugbedienung und Dokumentation beschäftigt. Jeder Einsatz wird festgehalten, jede Blaulichtfahrt notiert. Dazwischen wird – wenn notwendig – mittels Fernbedienung der Early Warner – die große digitale Anzeigentafel am Dach des Einsatzwagens – aufgestellt und mit der passenden Anzeige bespielt (ACHTUNG! Unfall, Stauende, Panne, Ölspur, Geisterfahrer).


So und ähnlich verläuft eine durchschnittliche zwölf Stunden Einsatzschicht von Andreas G. und Helmut R. und  vierzehn weiteren Traffic Manager Kollegen. Tagsüber wird der Großraum Wien mit zwei Fahrzeugen á zwei Traffic Managern befahren, in der Nacht ist ein Fahrzeug mit zwei Männern unterwegs.

Ein Auto für alle Fälle

Wenn wir schon vom Auto sprechen, mehr dazu. Es spielt sämtliche Stückerl und ist von oben bis unten gespickt mit Ausrüstung. Mensch wie Maschine können im Ernstfall mit erster Hilfe versorgt werden, darüberhinaus ist jedes Auto mit einem Defibrillator ausgestattet. Hinzu kommen zusammenklappbare, selbstleuchtende Verkehrsleitkegel zur Unfallstellenabsicherung, jede Menge mechanische Lichtquellen (Blitzlampen), allerhand großes und kleines Werkzeug, Kaltmischgut zum Flicken von Löchern im Beton, Bindemittel für Ölspuren. Selbstverständlich mit an Board sind auch Laptop, Telefon und Digitalkamera.

Allzeit sprungbereit

An das Arbeiten auf der Autobahn, inmitten der Gefahrenzone, haben sich die Kollegen über die Dienstjahre hindurch längst gewöhnt. Angst haben die Männer keine, wenn Sie aus dem noch rollenden Fahrzeug hinausspringen um den Verkehr manuell zu bremsen, damit sie die linke Spur von gefährlichen Kleinteilen möglichst rasch befreien können. Aber Respekt – ein Bein immer bereit für den Sprung.

Stattlich: Das Einsatzfahrzeug der Traffic Manager.
Arbeit in der Gefahrenzone: Nachdem die Unfallstelle abgesichert ist, fegen die Traffic Manager die Fahrbahn.
Fertig! Kleinteile, die von der Fahrbahn entfernt wurden, werden sofort zur Entsorgung abtransportiert.

Meinung gefragt

Haben Sie Erfahrungen mit dem Traffic Manger gesammelt? Wir freuen uns von Ihnen zu hören! Bitte senden Sie Ihr Feedback an info@asfinag.at oder telefonisch 0800 400 12 400.