SICHER DURCH DEN TUNNEL

Verkehrssicherheit wird bei der ASFINAG groß geschrieben, das gilt natürlich auch für die Sicherheit in unseren Tunnel.

Auf unserem 2.199 Kilometer langem Streckennetz sind derzeit 164 Tunnel in Betrieb. Jeder einzelne davon wird kontinuierlich auf den neuesten Stand der Technik gebracht und täglich rund um die Uhr von unseren Verkehrsleitzentralen überwacht. Denn unsere Kunden sollen sich bei der Fahrt durch den Tunnel sicher fühlen und auch sicher sein.

Mit unserer großen Tunneloffensive im Jahr 2000 haben wir es geschafft, dass die Tunnel der ASFINAG zu den sichersten in Europa zählen.

Vier Milliarden Euro sind bis heute in die Sicherheit unserer Tunnel investiert worden. Angefangen vom Bau neuer Tunnelröhren und Fluchtwege, über Hightech Sicherheitsausrüstungen, bessere Beleuchtung und Belüfung, bis hin zum Ausbau unserer Überwachungszentralen.

Jeder Tunnel wird genau unter die Lupe genommen und bis zum Jahr 2019 fließen weitere 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau ihrer Sicherheit ein.

Viele unserer Kunden fahren ungern durch einen Tunnel. Wieso diese Angst unberechtigt ist und wie Sie sicher gut durch unsere Tunnel kommen, zeigt dieses Video:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So fahren Sie sicher durch den Tunnel:

  • Licht einschalten, Sonnenbrille abnehmen und Sonnenblende hochklappen
  • Radiosender mit Verkehrsfunk einstellen
  • Beschleunigungs- und Bremsmanöver im Ein- und Ausfahrtsbereich vermeiden
  • Verkehrslichtsignalanlagen, Hinweistafeln, Verkehrszeichen, Fahrstreifensignale beachten
  • Sicherheitsabstand und Tempolimit einhalten
  • Keine Wendemanöver im Tunnel, Anhalten nur in Notfällen und in dafür vorgesehenen Abstellnischen/Pannenbuchten

Verhalten bei einer Panne:

  • Ruhe bewahren
  • In die nächste Pannenbucht begeben (diese finden Sie alle 1000 Meter)
  • Warnblinkanlage einschalten
  • Warnweste anziehen
  • Zum Notfalltelefon begeben (im Gegensatz zu einem Anruf mit dem Handy, können Sie sofort geortet werden)
  • Die Höchstgeschwindigkeit im Tunnel wird für andere Fahrzeuge automatisch reduziert!
  • Wenn das Auto verlassen werden muss: Schlüssel stecken lassen und zum nächsten Fluchtweg begeben.
Achtung! Zeigt die Ampel vor dem Tunnel Rot ist er wegen einer gefährlichen Situation im Inneren gesperrt. Bitte keinesfalls in den Tunnel einfahren!

Innovationen im Tunnel

Neben zahlreichen laufenden und geplanten Projekten und Investitionen in die Tunnelausrüstung setzen wir natürlich auf innovative Lösungen, die nachweislich zur Tunnelsicherheit beitragen:

(c) asfinag
Thermoscanner

THERMOSCANNER

Der Thermoscanner sortiert überhitzete Schwerfahrzeuge und Busse, vor dem Tunnel, zum Abkühlen aus. Wie das funktioniert? Spezialkameras erkennen Wärme und scannen Fahrzeuge auf überhitzte Teile wie etwa Bremsen, Turbolader oder auch Motor. Mit dieser Technologie, die in dieser Art europaweit einzigartig eingesetzt ist, verhindern wir im Vorfeld, dass im Tunnel eventuell ein Fahrzeugbrand ausbricht. Seit Mai 2012 ist der Thermoscanner vor dem Karawankentunnel (A 11 Karawanken Autobahn) aktiv, dort hat er bereits mehr als 500 überhitzte Schwerfahrzeuge zum Abkühlen ausgeleitet. Auch beim Arlbergstraßentunnel auf der S 16 zwischen Tirol und Vorarlberg, ist der Thermoscanner aktiv. Weitere Einsätze wie z.B. im Gleinalmtunnel auf der A 9 Pyhrn Autobahn sind geplant.

(c) asfinag
AKUT - Tunnel mit "Ohren"

AKUT - TUNNEL MIT "OHREN"

Mit der steirischen Forschungsgesellschaft Joanneum Research hat die ASFINAG die akustische Tunnelüberwachung zur Serienreife gebracht. Dabei nehmen Mikrofone im Tunnel alle Geräusche auf, eine Software in den Überwachungszentralen filtert die normalen Geräusche heraus und schlägt bei unüblichen Alarm (z.B. quietschende Reifen oder Stimmen). Der Zeitgewinn kann bis zu zwei Minuten betragen – im Fall eines Unglücks kann diese Zeitspanne lebensrettend sein.
Mehr als 30 unserer Tunnel können schon hören und weitere werden folgen.
 

(c) asfinag
Sprühnebelanlagen

SPRÜHNEBELANLAGEN

Eine Besonderheit, die bereits beim Citytunnel auf der A 14 Rheintal Autobahn im Einsatz ist, wird nun auch bei anderen Tunnelanlagen umgesetzt. Der Walder Tunnel auf der A 9 Pyhrn Autobahn in der Steiermark, Liefering bei Salzburg (A 1 West Autobahn) sowie der Arlbergtunnel (S 16 Arlberg Schnellstraße) bekommen diese Brandbekämpfungsanlage. Die Hochdruck-Sprühnebelanlage garantiert den Brandschutz im absoluten „worst case". Die Anlage kann 90 Minuten lang mit Sprühnebel den Brand bekämpfen, ein eigener Tank speichert dafür Hunderte Kubikmeter Wasser. Die Kosten für eine Sprühnebelanlage pro Kilometer betragen 1,5 Millionen Euro.

Europaweite Richtlinie zur Tunnelsicherheit

Die Sicherheitsausstattung unserer Tunnel orientiert sich an der  EU-Richtlinie für die "Mindestanforderungen an Straßentunnel" und dem daraus abgeleiteten Straßentunnelsicherheitsgesetz (STSG).


Laut diesem Gesetzt müssen folgende Tunnel bis 2019 eine zweite Tunnelröhre besitzen: 

  • Tunnel durch die mehr als 10.000 Fahrzeuge pro Tag und Fahrstreifen fahren
  • Tunnel die länger als 500 Meter sind

Tunnel mit einem geringerem Verkehrsaufkommen müssen bis dahin mit einem Fluchtweg ausgestattet sein.

Aktuelle Tunnelbauprojekte

In die Erhöhung der Tunnelsicherheit investiert die ASFINAG 2016 knapp 300 Millionen Euro. Davon gehen in Summe 158 Millionen Euro in die Erweiterung bestehender Tunnelanlagen. Der zweiröhrige Ausbau bringt ein Ende des Gegenverkehrs und damit ein deutliches Mehr an Verkehrssicherheit.

Neue Tunnelröhren werden mit einer High Tech Sicherheitsausrüstung, Notrufeinrichtungen, Verkehrskameras, Brandschutz und Löscheinrichtungen, Lüftungssysteme sowie Flucht und Rettungswege ausgestattet. Baulich runden Rumpelstreifen, die deutliche Aufhellung von Abstellnischen und Tunnelwänden sowie eine einheitliche und übersichtliche Gestaltung des Tunnelportals die Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit ab.

Weitere 131 Millionen Euro fließen in die Generalerneuerung von Bestandsröhren. Hierzu werden zusätzliche Notrufstellen, Fluchtwege und Feuerlöschnischen errichtet. Beleuchtung, Energieversorgung, Videodetektion, Löscheinrichtungen, Tunnelbeschichtung sowie Notruf- und Funkanlagen werden erneuert.

Aktuell gibt es österreichweit einige Tunnelbauprojekte. Die wichtigsten haben wir hier für Sie auf einen Blick zusammengefasst:

Saubere Tunnel für mehr Sicherheit

(c) asfinag

 

Saubere Tunnel bedeuten mehr Sicherheit durch mehr Helligkeit und bessere Sichtbarkeit aller Einrichtungen im Tunnel. Daher gibt es zweimal pro Jahr die großen ASFINAG Tunnel Waschtage - im Frühjahr und jetzt im Herbst.

All unsere 164 Tunnel werden vom Schmutz aus Staub- und Rußpartikeln, der sich an den Wänden absetzt, gereinigt. Teilweise sind bis zu 70 Personen gleichzeitig bei einer Wäsche im Tunnel im Einsatz. Angefangen von den Bordsteinreflektoren über die Beleuchtung bis hin zu den Notrufnischen und den Videokameras - sämtliche Einrichtungen werden geputzt und defekte Teile dabei auch gleich ausgetauscht.

Auch die die Erstellung des Tunnelwaschplans ist eine große Herausforderung. Denn trotz dieser notwendigen Maßnahmen für die Verkehrssicherheit soll der Verkehr möglichst wenig behindert werden. Deswegen finden die Arbeiten hauptsächlich in den Nachtstunden statt.

Aus Waschwasser wird Trinkwasser
Als nachhaltig agierendes Unternehmen kümmert sich die ASFINAG auch um die ordnungsgemäße Reinigung der Abwässer. Die stark verschmutzten Abwässer aus dem Tunnel werden nach der Zugabe von Flockungsmitteln durch eine vierstufige Filteranlage gepumpt und gereinigt. Was am Schluss übrig bleibt hat Trinkwasserqualität und wird erst so in ein Fließgewässer geleitet.

Tunnelübungen - für das Ereignis gerüstet

 

Wo ist die nächste Pannenbucht? Wo der Löschwasseranschluss? Welche Fluchtwege gibt es? Tunnelübung: Bergung eines Verletzten

Im Fall eines Ereignisses kann es lebensrettend sein, dass Einsatzorganisationen aufeinander eingespielt sind und die Einrichtungen im Tunnel genau kennen. Zu diesem Zweck werden alle ASFINAG Tunnel, die über 500 Meter lang sind, regelmäßig beübt.

 

Dabei gibt es sogenannte Großübungen, die gemäß Straßentunnel-Sicherheitsgesetz (STSG § 6) alle vier Jahre durchzuführen sind, und "Routineübungen" etwa vor Inbetriebnahme neuer Tunnelröhren beziehungsweise nach Sanierung bestehender Röhren.

 

Ziel der Übungen ist die Optimierung der Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte und ASFINAG-Verantwortlichen im Ernstfall zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer.

 

Tunnelübung: Feuerwehr im Probeeinsatz

Am Prüfstand jeder Übung stehen unter anderem:

  • Retten, Bergen
  • Zusammenspiel/Kommunikation mit den Einsatzkräften bei der Abwicklung des Ereignisses
  • Wie sieht die Alarmierungskette aus
  • Erfassen der Alarmierungs- und Reaktionszeit
  • Umsetzen des Alarmierungs- und Einsatzplans