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Projekthighlights Bau

Decken und Oberbau

Projekt „Polierresistenz von Sanden“:

Die hohe und dauerhafte Griffigkeit der Fahrbahn ist ein wesentlicher Faktor bei der Verkehrssicherheit. In der Praxis hat sich gezeigt, dass im Zuge der Herstellung von Fahrbahndecken nicht nur die großen Kies-Körnungen sondern auch die kleinen Körnungen in der Sandfraktion einen maßgeblichen Einfluß auf die Griffigkeit haben. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurden Kriterien für die Polierresistenz von Sanden entwickelt. Die Ergebnisse sind in die aktuellen Regelwerke für die Beton- und Asphaltdeckenherstellung eingeflossen; ein weiterer wichtiger Puzzelstein zur ständigen Erhöhung der Sicherheit auf unserem Streckennetz.

Projekte „Neue Verfahren zur Betondeckensanierung“:

Betondecken sind mit einer Lebensdauer von rd. 30 Jahren grundsätzlich sehr langlebige und damit wirtschaftliche Straßenbeläge. Für die Sanierung einzelner z.B. gebrochener Betondeckenfelder wurde der Einsatz von sogenannten 2-3 Stunden-Reparaturbetonen auf deren Praxistauglichkeit erprobt. Durch die Entwicklung ist es nun möglich innerhalb einer Nacht mehrere Betonfelder auszu-tauschen und die sanierten Bereiche rechtzeitig vor der Frühverkehrsspitze wieder für den  Verkehr freizugeben.
Für die Instandsetzung der Betonoberfläche längerer Autobahnabschnitte, z.B. bei Spurrinnen oder Kantenschäden wird derzeit die Herstellung einer neuen Oberfläche durch abfräsen (ca. 8 cm) und aufbetonieren einer speziellen, u.a. besonders schwindarmen Aufbetonschicht, in einem Pilotversuch auf der A 1 Westautobahn getestet.

Kunst- und Brückenbau

Projekt „Brückenklappverfahren“:

Unter Mitwirkung der ASFINAG wird ein neues Bauverfahren für den raschen und effizienten Neubau von Brücken entwickelt. Dabei werden die Stützen, die Druckstreben und der Hauptträger der Brücke in lotrechter Position hergestellt. Mittels Klappverfahren wird der Brücken-Hauptträger anschließend über eine Rotation der Druckstreben vom vertikalen Bauzustand in die planmäßige horizontale Lage gebracht. Das Know how zur Systematik und zu Konstruktionsdetails wird im Rahmen von mehreren aufei-nander abgestimmten Forschungsprojekten entwickelt. Die erstmalige Umsetzung des Brü-ckenklappens wird für zwei Brücken im Rahmen der S 7 Fürstenfelder Schnellstraße vorbereitet.

Projekt „Integrale Brücken“:

Ein weiteres Forschungsgebiet sind wartungsarme Brücken möglichst ohne bewegliche Bauteile wie Lager und Fahrbahnübergänge, sogenannte integrale Brücken. Im Rahmen der Forschungstätigkeit wurden einerseits die Grundlagen für den Entwurf derartiger Brücken geschaffen und anderseits wird über Monitoringsysteme das reale Verhalten bereits realisierter integraler Brücken analysiert. Die Erkenntnisse sind die Basis für die derzeit in Erarbeitung befindlichen RVS „Planung Integraler Brücken“.
Anmerkung: RVS…Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen

Projekt „Aufbetone“:

Im Rahmen der Generalsanierung ist es oftmals erforderlich die Tragfähigkeit alter Brückentragwerke zu erhöhen. Dies erfolgt meist durch einen Aufbeton auf die bestehende Fahrbahnplatte. Im Rahmen von Bauteilversuchen wurde die Kraftüberleitung über die Fuge einschließlich der erforderlichen Oberflächeneigenschaften und der Optimierung der Dübelanzahl analysiert. Die Ergebnisse sind Bestandteil der RVS „Bemessung von Aufbeton“. Aufbauend auf den Bauteilversuchen wird in einem aktuellen Forschungsprojekt die realitätsnahe numerische Modellierung der Fuge entwickelt.
Anmerkung: RVS…Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen

Tunnelbau

Projekt „Griffigkeit von Betondecken im Tunnel“:

Bei Betondecken in Tunnelanlagen wurde festgestellt, dass häufig Griffigkeitsmängel bestehen. Auch bei der Herstellung der Betondecke von Freiland- und Tunnelabschnitten in ein und demselben Arbeitsgang, lässt sich innerhalb von 2-3 Jahren ein deutlicher Unterschied in der Griffigkeit (RoadSTAR) messen. Detaillierte tribologische Oberflächenuntersuchungen haben als Ursachen Reste von Betonnachbehandlungsmittel, Reifenabrieb und Kohlenwasserstoffmoleküle aus Emissionen des Straßenverkehrs ergeben. Diese haften gemeinsam an der Straßenoberfläche und kön-nen auf Grund des im Tunnel fehlenden UV-Lichts nicht abgebaut werden. In der nächsten Projektphase wird an wirksamen und umweltschonenden Reinigungsmethoden für die Fahrbahn geforscht.

Projekt „Helle brandbeständige Tunnelwände“:

Das Ziel, die Herstellung von hellen, leicht zu reinigenden und wartungsarmen Tunnelwänden kann, durch unterschiedliche Systeme wie Tunnelbeschichtungen, helle Betoninnenschalen oder Verkleidungssysteme erzielt werden. Im Rahmen eines F&E-Projektes wurde ein heller und zusätzlich brandbeständiger SCC-Beton entwickelt, der auch ohne Tunnelanstrich alle Anforderungen an die Beständigkeit (XC4, XF4), Reinigungsfähigkeit und Helligkeit erfüllt. Damit wurde das bereits umgesetzte Pilotprojekt „Helle Innenschale S 6 - Massenbergtunnel“ mit der neuen Rezeptur um die Erfüllung der Brandschutzanforderung erweitert.

Umwelt und Verfahrensmanagement

Projekt „Auflagen- und Maßnahmendatenbank MOVE“:

Die Datenbank m.o.v.e. wurde 2010 fertiggestellt und erfolgreich in die Planungs- und Bauprojekte S 7, S 8 und S 10 implementiert. Mit der Verwendung dieser Web-Anwendung wird nicht nur die Arbeit der Fachplaner unterstützt sondern vor allem eine verbesserte Nachvollziehbarkeit, (Kosten-) Trans-parenz und Verwaltung sowie die Reproduzierbarkeit der Maßnahmenplanungen in allen Projektphasen garantiert (Details vgl. F&E Schriftenreihe Band 4).

Querschnittsthemen

Projekt „Interactive Planning & Traffic Simmulation/Visualization“:

Die Optimierung der Interaktion von Raum, Umwelt und Verkehr ist ein wesentlicher Schwerpunkt in der Planungsphase von Straßeninfrastrukturprojekten. Im Rahmen dieses F&E-Projektes wurde ein System entwickelt, welches – aufbauend auf das ASFINAG-eigene GIS-Datenpool (u.a. bestehend aus Geodaten, Verkehrsdaten, Grundstücksdaten und Objekt-Bestandsdaten) – die erarbeiteten Planungsvarianten effizient und anschaulich darstellt. Atmosphärische Parameter wie Sonnenstand/Schattendarstellung und Nebel erlauben die Betrachtung eines Projektes mit wechselnden tageszeitlichen Lichtverhältnissen und spezieller Beleuchtung. In Kombination mit der Verkehrsflussdarstellung und dem projektspezifischen PKW/LKW-Mix lassen sich Verkehrszustände und Situationen aus Fahrersicht in Echtzeit realitätsnah simulieren.

Projekt „Nutzeneffekte von Verkehrsinfrastrukturen“:

Während die Kosten eines Vorha-bens relativ einfach ermittelt werden können, besteht hinsichtlich der Nutzens einer Investition bzw. der Aufteilung des gestifteten Nutzens auf unterschiedliche Nutznießer– speziell auf kleinräumiger Ebene – noch Klärungsbedarf. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wur-den gemeinsam mit der TU Wien Abhängigkeiten zwischen räumlichen Entwicklungsprozes-sen und Erreichbarkeitsveränderungen infolge hochrangiger Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen thematisiert. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht überregionale ökonomischen (volkswirtschaftliche) Effekte, sondern speziell der kleinräumige Nutzen, der bei lokalen Unternehmen, Kommunen und privaten Haushalten entsteht.
 


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