Wien Niederösterreich Oberösterreich Burgenland Steiermark Salzburg Kärnten Tirol Vorarlberg
Aktuelle Projekte

S 16 Sanierung und Errichtung Flucht- und Rettungswege Arlberg Strassentunnel

160 Millionen Euro für mehr Sicherheit

Die ASFINAG investiert in den Jahren 2014 bis 2017 rund 160 Millionen Euro in die Optimierung der Verkehrssicherheit im Arlbergstraßentunnel. Dieser wird nicht nur generalsaniert, er erhält zusätzlich 37 neue Fluchtwege.

Ihre Vorteile auf einen Blick

  • Verkürzung des Abstand der Fluchtwegmöglichkeiten von 1.700 Meter auf maximal 500 Meter.
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit.
  • Sicherheitsausstattung dem Letztstand der Technik entsprechend.

Projektstatus

Während der zweiten Vollsperre von 24. April bis 2. Oktober 2017 werden sämtliche Elektro- und Sicherheitseinrichtungen eingebaut sowie Notrufnischen und Betriebsräume ausgestattet. Bis Herbst 2017 erhält der Tunnel auch eine LED-Beleuchtung der neuesten Generation. Auf knapp vierzehn Kilometer Länger werden über 10.000 Leuchten, demontiert, 3.000 LED-Leuchten installiert plus weitere 1.100 LED-Leiteinrichtungen an den Seiten montiert. 

Weiters bekommt der Tunnel Ohren: Das System AKUT wird eingebaut sowie eine Hochdrucksprünebelanlage. Auch die Fluchtwege werden elektrotechnisch ausgestattet.

 

Alle Informationen zur Umleitungsstrecke über die B 197/L 197 Arlbergpass-Straße, Fahrverbote und Ausweichrouten finden Sie auf unserer Seite Arlbergtunnel Sperre.

Jahresmautkarten werden verlängert

Für Sie als Besitzer von Jahresmautkarten entstehen durch die notwendigen Sperren keine Nachteile: Die Gültigkeit Ihrer Jahresmautkarte verlängert sich automatisch um die Zeit der Sperre. Ihre Jahresmautkarte gilt an 365 Tagen für die Fahrt durch den Arlbergtunnel.

 

Das Projekt

Der knapp 14 Kilometer lange Arlbergstraßentunnel zwischen St. Anton in Tirol und Langen in Vorarlberg ist nicht nur der längste einröhrige Straßentunnel in Österreich. Er ist am hochrangigen Straßennetz auch die einzige wintersichere Ost-West-Verbindung zwischen Tirol und Vorarlberg. Nach 35 Jahren Betriebszeit werden nun sämtliche elektrotechnische Einrichtungen wie Videoüberwachung, Notruf- und Funkeinrichtungen, Brandmeldung sowie die Straßenentwässerung und Löschwasserleitungen auf den modernsten Stand der Technik gebracht. Für den Fahrraum des Tunnels wird eine Hochdruck-Sprühnebelanlage installiert, um vor allem im Ereignisfall einen sicheren Fluchtweg zur Verfügung stellen zu können. 37 zusätzliche Fluchtwege und acht weitere Pannenbuchten entstehen ebenfalls während der gesamten Bauzeit. Dadurch verkürzt sich der Abstand der Rettungswege von derzeit 1.700 Metern auf künftig maximal 500 Meter. Flüchtende können so im Brandfall sicher über den Zuluftkanal zu den geschützten Sammelräumen zwischen Bahn- und Straßentunnel geführt werden. Gerade im Ernstfall ist das rasche Erreichen dieser Bereiche lebensrettend, weil jede Sekunde zählt. Sämtliche Sicherheitsmaßnahmen sowie neueste technische Innovationen wie ein Thermoscanner oder das Akustische Tunnelmonitoring "AKUT" helfen, den längsten Straßentunnel Österreichs für täglich 8.000 Autofahrerinnen und -fahrer noch sicherer zu machen.

Sprühnebelanlage verbessert Brandbekämpfung

Zusätzlich setzen wir eine moderne Hochdruck-Sprühnebelanlage ein, die der hohen Hitzeentwicklung im Brandfall entgegenwirken soll und so den Fluchtweg zusätzlich absichert. Das Besondere an dieser Sprühnebelanlage: Sofort nach Erkennen eines Brandes im Tunnel löst das Sicherheitssystem für den betroffenen Abschnitt die Sprühnebelanlage aus. Über feine Düsen werden unter hohem Druck Wassertropfen im Tunnel verbeitet. Es bildet sich ein Wassernebel, der die Temperatur des Brandherdes gleich nach Entstehen reduziert. Somit erfolgt automatisch ein erster Schritt zur Brandbekämpfung, noch bevor die Feuerwehr an den Einsatzort gelangt.

Zwei Totalsperren außerhalb der Wintersaison

All diese Sanierungs- und Umbauarbeiten im Arlberg Straßentunnel stellen für die Bauplanung eine große Herausforderung dar. Die Errichtung der neuen Fluchtwege ist ohne Sperren nicht möglich, da während der Bauarbeiten die Sicherheitseinrichtungen im Tunnel nicht zur Verfügung stehen. Zwei Vollsperren in den Jahren 2015 und 2017 sind daher unumgänglich. Die ASFINAG hat jedoch im Vorfeld in Zusammenarbeit mit Behörden, Einsatzorganisationen und den Ländern Tirol und Vorarlberg sämtliche Maßnahmen ergriffen, damit der Verkehr in dieser Zeit möglichst ohne Probleme über die Umleitungsstrecken fließen kann (über den Arlbergpass beziehungsweise großräumig über Deutschland und die Schweiz).

 

Die erste Totalsperre ab 21. April 2015 wurde plangemäß am 14. November 2015 beendet. Die Zwischenbilanz der Sanierung des Arlbergtunnels kann sich sehen lassen. Bislang bereits umgesetzt sind:

  • Herstellung von acht zusätzlichen Pannenbuchten.
  • Errichtung von 37 zusätzlichen Fluchtwegen als Auf- und Abstiege in den Zuluftkanal sowie Verbindung zu den Flucht- und Rettungswegen.
  • Inbetriebnahme des Thermoscanners.
  • Hellerer Tunnelanstrich.
  • Sanierung der Einfahrtsgalerie an beiden Portalen.
  • Einbau eines Trennsystems für Straßen- und Bergwässer.

Nur wenige der neuen Sicherheitsmaßnahmen sind jedoch jetzt schon für die Autofahrerinnen und Autofahrer merkbar. Spürbar etwa ist die neue Rumpelmarkierung im Tunnelinneren, die als Mitteltrennung in die Fahrbahn eingefräst wurde. Bei Überfahren der Markierung werden Verkehrsteilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes wachgerüttelt. Ein in anderen Tunneln bereits erprobtes Hilfsmittel, um folgenschwere Frontalzusammenstöße zu verhindern.

Sichtbar sind auch die beiden Thermoscanner an den Tunnelportalen, die bereits in Betrieb sind. Lkw fahren dabei - vom Fließverkehr getrennt -  durch den Scanner und werden im Falle überhitzter Fahrzeugteile per Schranken vor dem Tunnel angehalten. Ein eigener Platz zum Auskühlen ist an beiden Portalen des Arlbergtunnels vorhanden. Nach Abkühlen können die Lkw den Tunnel problemlos durchfahren.

 

Die zweite Vollsperre des Arlbergtunnels erfolgt von 24. April bis 2. Oktober 2017.

 

Eckdaten Sanierung und Errichtung Flucht- und Rettungswege Arlberg Straßentunnel

  • Gesamtlänge inklusive Galerien: 15.508 Meter
  • Inbetriebnahme: 1. Dezember 1978
  • Investition neu:  160 Millionen Euro
  • Baubeginn: September 2014
  • Abschluss: September 2017
  • Ende erste Vollsperre: 14. November 2015
  • Nächste Vollsperre: 24. April 2017 bis 2. Oktober 2017
  • Pannenbuchten im Endausbau: 16
  • Flucht- und Rettungswege im Bestand: 8
  • Anzahl zusätzliche Fluchtwege über Zuluftkanäle: 37
  • Fluchtwegabstand im Endausbau: Unter 500 Meter
  • Zusätzliche Pannenbuchten: 8
  • Täglicher Verkehr: 8.000 Fahrzeuge/24 Stunden
  • Prognoseverkehr bis 2025: 10.600 Fahrzeuge/24 Stunden

 

Zahlen, Daten, Fakten rund um die Baustelle

  • 50.000 Sicherungen und Automaten
  • 122.000 Systemdatenpunkte für die Einbindung in die Überwachungszentale
  • 52 Kilometer Kabeltassen im gesamten Tunnel
  • 10.100 Stück Leuchten zur Demontage 
  • 1.100 Stück seitliche LED-Leiteinrichtungen
  • 3.000 Stück neue LED-Leuchten installieren
  • 2.000 Stück Notrufleuchten allein im Zuluftkanal
  • 1.250 Kilometer neue Verkabelung im gesamten Tunnel, davon allein 63 Kilometer Kabel für die Beleuchtung
  • Neue Straßenentwässerung im gesamten Tunnel
  • Neue Löschwasserleitung

Eckdaten

Gesamtlänge: rd. 14 km
Gesamtkosten: ca. 160 Mio. Euro
Baubeginn: September 2014
Geplante Fertigstellung: 2017

Downloads zu diesem Thema

Weiterführende Links

Kontakt

DI (FH) Mario Patigler
Projektleiter Elektrotechnische und Maschinelle Ausrüstung ASFINAG Bau Management GmbH


E-Mail: mario.patigler@asfinag.at

DI Ulrich Engbert
Techniker Tunnelbau ASFINAG Bau Management GmbH


E-Mail: ulrich.engbert@asfinag.at

Dipl.-HTL Ing. Christoph Wanker
Projektleiter ASFINAG Bau Management GmbH


E-Mail: christoph.wanker@asfinag.at

Für allgemeine Fragen unser Streckennetz betreffend (Baustellen, Behinderungen...) kontaktieren Sie bitte das ASFINAG Service Center unter der Telefonnummer 0800 400 12 400.


Abgeschlossene Projekte