Der Digitale Tachograph

Der Digitale Tachograph ersetzt den analogen Fahrtenschreiber.

Neuzugelassene Güterfahrzeuge ab einem höchstzulässigem Gesamtgewicht (hzG) von 3,5 Tonnen und Busse mit mehr als neun Sitzplätzen inklusive Fahrersitz, müssen seit dem 01. Mai 2006 mit einem digitalen Tachographen ausgerüstet sein. Seither gibt es einen Mischbetrieb von alten analogen und neuen digitalen Geräten. Der Großteil der Fahrzeuge soll bis 2015 mit dem digitalen Tachographen ausgestattet werden. Der digitale Tachograph soll präventiv wirken, damit die Sozialvorschriften – nämlich die Lenk- und Ruhezeiten – im Straßenverkehr eingehalten werden. Mit dem Einsatz des modernen Systems werden die Arbeitsbedingungen verbessert und die Verkehrssicherheit erhöht. Angestrebt wird eine weitgehende Harmonisierung der Arbeits- und Ruhezeitenregelung sowie der Verkehrs- und Unternehmenskontrollen. Ziel ist es, dem faireren Wettbewerb im internationalen Transportverkehr den richtigen Rahmen zu geben. Da das digitale Kontrollgerät, die verwendeten Kontrollgerätekarten und das Kontrollgerätekartensystem einen hohen Sicherheitsstandard erfüllen müssen, wird auch ein Beitrag zur Erhöhung der Manipulations- und Datensicherheit geleistet.

Zuständigkeiten

Die ASFINAG Maut Service GmbH ist zuständig für die Ausstellung der Kontroll- und Werkstattkarten, die Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ für die Ausstellung der Unternehmer- und Fahrerkarten. Alle behördlichen Aufgaben obliegen der Bundesanstalt für Verkehr (BAV).

 

 

Die Fahrerkarte

Fahrerkarte

Sie ist der Fahrerin/dem Fahrer persönlich zugeordnet und für den Betrieb des digitalen Kontrollgerätes – auch Digitaler Tachograph – notwendig. Personalisiert wird die Fahrerkarte durch die eigenhändige Unterschrift des Fahrers und ein aktuelles Lichtbild. Der Fahrerkartenpreis beträgt seit 1. März 2015 EUR 45.- gemäß Kontrollgerätekartenverordnung (2. Novelle zur KonGeV).

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 165/2014 Artikel 26 Abs. 4 können ab 2. März 2016 in hinreichend begründeten Ausnahmefällen die Mitgliedstaaten einer Fahrerin/einem Fahrer ohne gewöhnlichen Wohnsitz in einem Mitgliedstaat oder in einem Staat, der Vertragspartei des AETR-Übereinkommens ist, eine befristete und nicht erneuerbare Fahrerkarte ausstellen, die für einen Zeitraum von höchstens 185 Tagen gültig ist, sofern dieser Fahrer sich in einem arbeitsrechtlichen Verhältnis mit einem im ausstellenden Mitgliedstaat niedergelassenen Unternehmen befindet.
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Die Unternehmenskarte 

Unternehmenskarte
Die Unternehmenskarte wird auf Unternehmen, die ein gewerblich genütztes Fahrzeug mit inländischem Kennzeichen anmelden, ausgestellt. Jede Unternehmenskarte ist ab Ausstellungszeitpunkt fünf Jahre gültig.

 

Die Werkstattkarte 

WerkstattkarteDie Werkstattkarte dient geschulten Personen in ausgerüsteten Werkstätten zur Aktivierung, Kalibrierung und Prüfung des digitalen Kontrollgerätes. Diese Karte berechtigt auch zum Herunterladen der Daten. Die Werkstattkarte ist mit einem PIN-Code versehen und wird persönlich auf eine Mechanikerin/einem Mechaniker ausgestellt. Ab Ausstellungszeitpunkt ist die Werkstattkarte ein Jahr gültig.

Die Kontrollkarte

Kontrollkarte

Die Kontrollkarte erlaubt das Auslesen der Daten aus dem Kontrollgerät durch Exekutiv- und Kontrollorgane. Sie ermöglicht auch die Weiterverarbeitung der Daten mit elektronischen Hilfsmitteln. Eine Kontrollkarte wird auf Kontrollstellen ausgestellt und ist ab dem Zeitpunkt der Ausstellung fünf Jahre gültig.

 

 

Vor dem ersten Einsatz

Vor der erstmaligen Inbetriebnahme des Fahrzeuges beziehungsweise des digitalen Kontrollgerätes muss die Unternehmenskarte gesteckt werden, weil die in Folge aufgezeichneten Daten erst dann aus dem Kontrollgerät heruntergeladen werden können.

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System- und Funktionsbeschreibung

Was früher die Tachoscheibe war, ist heute die Fahrer,- oder die Kontrollgerätekarte. Mussten die Fahrerin/der Fahrer früher das Tachoblatt jeden Tag wechseln und die Blätter der letzten Woche mit sich führen, so erfolgen heute alle Aufzeichnungen elektronisch und werden bis zu 28 Tage auf der Fahrerkarte gespeichert.

So sind sämtliche Fahreraktivitäten (Geschwindigkeit, Fahrt-, Arbeits- und Ruhezeiten) und relevante Daten der Kraftfahrzeuge auf der Karte vorhanden. Im digitalen Kontrollgerät selbst, werden diese Daten ebenfalls gespeichert und können bis zu einem Jahr rückwirkend abgerufen werden.

Alle Komponenten auf einen Blick

Der Digitale Tachograph setzt sich aus dem digitalen Kontrollgerät, dem Bewegungssensor und der Chipkarten zusammen. Die Chipkarten sind mit individuellen Schlüsseln und Zertifikaten versehen, welche den sicheren Zugriff auf Daten und Funktionen des digitalen Kontrollgerätes ermöglichen.

Das digitale Kontrollgerät

Fest im Fahrzeug installiert ist das digitale Kontrollgerät. Es erfasst elektronisch alle relevanten Daten zu Fahrzeug und sämtliche Fahreraktivitäten (Geschwindigkeit, Fahrt-, Arbeits- und Ruhezeiten). Die Speicherkapazität eines Gerätes reicht, für die so gesammelte Datenmenge, für etwa ein Jahr aus.

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Kartenantrag – so geht’s

Stellen Sie rechtzeitig einen Antrag auf Ausstellung einer Kontrollgerätekarte, indem Sie sich bitte an die zuständige Kartenantragsstelle wenden. Im Regelbetrieb werden alle Kontrollgerätekarten nach spätestens 15 Werktagen ab Beantragung eingeschrieben übermittelt. Bei Verlust oder Diebstahl Ihrer Kontrollgerätekarte muss eine neue Karte ausgestellt werden, diese wird bis fünf Werktage nach Beantragung zugestellt.
Tipp! Nach Ablauf der Gültigkeit muss die Karte neu beantragt werden.

Antragstellung zur Ausstellung einer Fahrerkarte

Für die Antragstellung zur Ausstellung einer Fahrerkarte bei einer Dienststelle des ARBÖ oder einem Stützpunkt des ÖAMTC müssen von der Fahrerin/vom Fahrer persönlich folgende Unterlagen vorgelegt werden:

  • Führerschein (mindestens der Klasse B)
  • Meldezettel oder Meldebestätigung
  • ein EU-Passbild
  • Für die Fahrerkarte ist bei der Beantragung ein Kostenersatz von 45 Euro zu entrichten. Die Karte ist fünf Jahre gültig.

 

Spezialfälle:

Fahrerinnen und Fahrer, die ihren Hauptwohnsitz in einem anderen EU-Mitgliedstaat haben, müssen die Karten ausnahmslos in ihrem Wohnsitzstaat beantragen. Jene, die ihren Hauptwohnsitz in einem Nicht-EU/EWR Staat haben, können einen Antrag auf Ausstellung einer Fahrerkarte in Österreich stellen, wenn sie neben einem Führerschein und einem Lichtbild ein rechtmäßiges Beschäftigungsverhältnis in Österreich vorweisen können. Als Nachweis über die rechtmäßige Beschäftigung in Österreich gilt:

  • eine Fahrerbescheinigung gemäß der Verordnung (EG) Nr. 484/2002 oder
  • eine Beschäftigungsbewilligung oder
  • eine Arbeitserlaubnis oder
  • ein Befreiungsschein oder
  • ein Niederlassungsnachweis oder
  • eine Bestätigung über eine Ausnahme vom AuslBG (gemäß § 3 Abs. 8 AuslBG).

Der Antrag darf auch während des Entzugs der Lenkberechtigung gestellt werden.

Antragstellung zur Ausstellung einer Unternehmenskarte

Für die Antragstellung zur Ausstellung einer Unternehmenskarte bei einer Dienststelle des ARBÖ oder einem Stützpunkt des ÖAMTC müssen folgende Angaben gemacht und durch firmengetreue Zeichnung (Stempel und Unterschrift) bestätigt werden.

  • Angaben zur Identität des Unternehmens wie Name, Anschrift oder Sitz des Unternehmens, bei Gewerbetreibenden auch Firmenbuch- oder Gewerberegisternummer
  • Erklärung, dass zumindest ein Fahrzeug eingesetzt wird, das unter den Anwendungsbereich der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 fällt
  • Erklärung, dass zumindest ein Fahrzeug mit inländischem Kennzeichen eingesetzt wird, das zwar nicht unter den Anwendungsbereich der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 fällt, aber mit einem digitalen Kontrollgerät ausgerüstet ist. In diesem Fall ist die Vorlage des Zulassungsscheines (in Kopie) erforderlich
  • Begründung, wenn mehrere Unternehmenskarten beantragt werden
  • Für die Unternehmenskarte ist bei der Beantragung ein Kostenersatz von 85 Euro zu entrichten.

Die Karte ist ebenfalls fünf Jahre gültig.

Antragstellung zur Ausstellung einer Werkstattkarte

Für jede geeignete Person einer ermächtigten Werkstätte muss jährlich eine persönlich auf diese Person ausgestellte Werkstattkarte bei der ASFINAG Maut Service GmbH beantragt werden. Die Werkstattermächtigung erfolgt gemäß § 24 KFG 1967 und wird vom jeweiligen Landeshauptmann erteilt. Die Ermächtigung ist die Voraussetzung zur Beantragung einer Werkstattkarte. Für die Ausstellung einer Werkstattkarte ist ein Kostenersatz von 97 Euro zu entrichten. Ebenso wie die Karte, wird auch der dafür erforderliche PIN-Code eingeschrieben an die geeignete Person versandt. Die Karte ist ein Jahr gültig.

Antragstellung zur Ausstellung einer Kontrollkarte (Behördenkarte)

Die Behördenkarte wird von den, gemäß § 123a KFG vorgesehenen Stellen, bei der ASFINAG Maut Service GmbH beantragt. Für die Ausstellung einer Behördenkarte ist ein Kostenersatz von 70 Euro zu entrichten. Die Kontrollkarten werden gesammelt an den Antragsteller übermittelt. Die Karte ist fünf Jahre gültig.

Systemüberblick

Systemüberblick

Kartenantragsteller

Die ASFINAG ist zuständig für die Ausstellung der Kontroll- und Werkstattkarten. Die Autofahrerclubs ÖAMTC und ARBÖ hingegen für die Ausstellung der Unternehmer- und Fahrerkarten. Fahrer und Unternehmer können die Fahrer- und Unternehmenskarte bei einem Stützpunkt der Autofahrerclubs beantragen. Ausgerüstete Werkstätten und Kontrollstellen wenden sich bitte an die ASFINAG Maut Service GmbH. Sie wollen eine Karte beantragen? Formulare und Tipps haben wir für Sie hier zusammengetragen.

 

Kartenantragsstellen

 

Kartenantragsstellen sind einerseits die Autofahrerclubs (ARBÖ und ÖAMTC) und andererseits die ASFINAG Maut Service GmbH. Fahrer und Unternehmer können die Fahrer- beziehungsweise Unternehmenskarte bei einem Stützpunkt der Autofahrerclubs beantragen. Ermächtigte Werkstätten und Kontrollstellen wenden sich an die ASFINAG Maut Service Gmb.


Die Aufgaben der Kartenantragstellen umfassen die Annahme und Prüfung des Antrages, die Eingabe der Daten in das zentrale Kartenregister und die Kundenbetreuung. Im Zuge der Überprüfung des Antrages wird abgeklärt, ob alle notwendigen Angaben vom Antragsteller getätigt wurden und ob an den Antragsteller bereits eine gültige Karte in einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgestellt wurde. Wurde für den Antragsteller bereits eine Karte ausgestellt, wird der Kartenantrag abgewiesen. Nach Entrichtung des entsprechenden Kostenersatzes für die Karte, vonseiten Antragsteller, wird ein Produktionsauftrag von der Kartenantragstelle im zentralen Kartenregister erteilt.

 

Zentrales Kartenregister

 

Die Bundesrechenzentrum GmbH stellt die gesamte IT-Infrastruktur für den Digitaler Tachograph zur Verfügung. Das dortige zentrale Kartenregister bildet das Fundament für eine zentrale Applikation zur Datenfreigabe. Die Kartendankbank der Kontrollgerätekarten befindet sich in ständiger Wartung. Außerdem liegt im Aufgabenbereich der Bundesrechenzentrum GmbH liegt das Bereitstellen von sicheren Schnittstellen zu einzelnen Systempartnern.

 

Trust Center

Das Trust Center wird wie das Zentrale Kartenregister von der Bundesrechenzentrum GmbH betrieben. Es erzeugt alle, für die Sicherheit des Gesamtsystems notwendigen Schlüssel und Zertifikate und bewahrt diese sicher auf.

 

Kartenerzeugung und -personalisierung

 

Die Kartenerzeugung und -personalisierung wird in Österreich von der Firma Austria Card Plastikkarten und Ausweissysteme GmbH durchgeführt. Der Kartenpersonalisierer ist für den Erwerb beziehungsweise für die Erzeugung von bauartgenehmigten Kartenrohlingen inklusive aller geforderten Sicherheitsmerkmale zuständig. Sichtbare Personendaten wie Lichtbild, Name, Anschrift etc. und elektronische Daten sind mittels Lasergravur auf den erzeugten Kontrollgerätekarten aufzubringen. Letztendlich werden die personalisierten Kontrollgerätekarten einer Qualitätskontrolle unterzogen und anschließend an den Antragsteller versandt.

 

Systembetreiber

 

Der ASFINAG Maut Service GmbH obliegen der Betrieb der Kartenausgabe für die Kontrollgerätekarten sowie die Sicherstellung des hierfür notwendigen Verrechnungskreislaufes im Auftrag des BMVIT.

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Weiterführende Links

Downloadbestimmungen

Innerhalb des Digital Tacho Systems gibt es verschiedene, gesetzlich vorgeschriebene Downloadbestimmungen, die einzuhalten sind.

Downloadbestimmungen für Unternehmen

Herunterladen, Übertragen und Sichern der Daten muss spätestens drei Monate nach dem letzten Herunterladen der Daten aus dem digitalen Kontrollgerät erfolgen. Daten der Fahrerkarte des Lenkers hingegen müssen spätestens alle 28 Tage heruntergeladen werden.

 

ACHTUNG! Aufgrund einer neuen Chipgeneration seit Anfang März 2012 ist ein Update der Auslesesoftware erforderlich.

Downloadbestimmungen für Werkstätten

Ein verpflichtender Download der gesamten Massenspeicherinhalte des Digitalen Tachographen muss in ausgerüsteten Werkstätten beim Wechsel eines defekten Digitalen Tachographen durchgeführt werden.

Downloadbestimmungen für Behörden

Im Zuge einer Straßenkontrolle kann ein Download der Massenspeicherdaten für Kontrollzwecke durch die Behörden erfolgen.


Wird eine Unternehmenskontrolle durchgeführt, darf eine Übernahme der Daten aus dem externen Medium erfolgen, wenn zuvor ein defekter Digitaler Tachograph von der ausgerüsteten Werkstatt an den Fuhrpark weitergegeben wurde. Es können Auswertungen der Daten im Fuhrpark, die aufgrund des dreimonatlichen, verpflichtenden Downloads gespeichert wurden, gemacht werden. Die Daten der Fahrerkarte können mit Hilfe eines Kartenlesers ausgelesen werden. Die Daten im Massenspeicher des digitalen Kontrollgeräts können mit Hilfe des Downloadkeys oder eines Datenkabels heruntergeladen werden. Elektronische Hilfsmittel zum Datendownload können bei zahlreichen Anbietern bezogen werden.

 

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Weiterführende Links

Gesetzliche Bestimmungen National

Rechtliches zum Digitalen Tachographen

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Gerichtliche Entscheidungen

Gerichtliche Entscheidungen zum Digitalen Tachographen

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