Halbzeit beim ASFINAG Verkehrssicherheitsprogramm 2020

Mit dem 2010 ins Leben gerufenen Verkehrssicherheitsprogramm 2020 hat sich die ASFINAG ein klares Ziel gesetzt: 2020 zählt das Unternehmen in puncto Verkehrssicherheit, Verfügbarkeit, Verkehrssteuerung, Verkehrsinformation und technologischer Neuerungen zu den führenden Autobahnbetreibern Europas. Dafür investieren wir jedes Jahr rund 500 Millionen Euro in die Verkehrssicherheit - in sichere Straßen, die sichersten Tunnel Europas und topmoderne Rastplätze.

 

Seit 2010 setzt die ASFINAG Schritt für Schritt 130 spezielle Projekte aus dem Verkehrssicherheitsprogramm 2020 um. Dieses Programm umfasst 13 Handlungsfelder mit 32 Schwerpunkten und 130 Einzelmaßnahmen. Es spannt einen weiten Bogen um das Thema Sicherheit: Von Lkw-/ Tunnel- oder Baustellen-Sicherheit bis zur Kommunikation und Bewusstseinsbildung bei den Autofahrerinnen und Autofahrern. Am Ende steht ein übergeordnetes Ziel: Österreichs Autobahnen zu den sichersten in Europa zu machen.

Mehr als 60 Prozent der Maßnahmen bereits umgesetzt

Autobahnen und Schnellstraßen machen nur zwei Prozent aller Straßen in Österreich aus, darauf rollen aber 40 Prozent des gesamten Verkehrs. Der Anteil an Unfällen liegt insgesamt bei nur fünf Prozent. Um die Verkehrssicherheit auf den bereits hohem Sicherheitsniveau voranzutreiben, ist daher ein systematischer und übergreifender Ansatz unverzichtbar. Neben baulichen Optimierungen auf und neben Autobahnen und Schnellstraßen wurde mit dem Bau neuer und wirtschaftlich wichtiger Strecken begonnen. Es wurden Abschnitte um zusätzliche Fahrstreifen erweitert und neue Tunnelröhren errichtet, damit Frontalzusammenstöße im Tunnel vermieden werden können. Mittels regelmäßiger Sicherheitschecks werden jährlich rund 220 Kilometer des Bestandnetzes durch externe Experten aus dem Bereich Unfallforschung und Straßenplanung überprüft. Werden Mängel  festgestellt, so sind diese auszumärzen. Diese sogenannten "Road Safety Inspections" sind quasi das "Qualitätspickerl" für Autobahnen und Schnellstraßen.

 

Auch die Betreuung der Strecken (beispielsweise Winterdienst und Grünschnitt) sowie das Ereignismanagement - rechtzeitige Warnung vor Stau, Unfällen oder schlechter Sicht - sind durch den Einsatz neuer Technologien weiter verbessert worden. Damit stellen wir sicher, dass die Kommunikation, die Streckenverfügbarkeit und die Sicherheit im operativen Bereich reibungslos funktionieren. Die erfreuliche Bilanz 2016: Mehr als 60 Prozent der Maßnahmen sind bereits realisiert beziehungsweise auf den Weg gebracht.

 

Entlang der drei Interventionsachsen Infrastruktur – Mensch – Fahrzeug wurde mit diesem Programm ein wesentlicher und erfolgreicher Schritt hin zur integrierten Verkehrssicherheitsarbeit gesetzt. Details zu den einzelnen Maßnahmen entnehmen Sie bitte dem Zwischenbericht 2015

 

Drei Faktoren zur optimalen Zielerreichung

Was unsere Arbeit effizient und nachhaltig macht, ist der "andere Blick". Dieser umfasst drei Faktoren: Infrastruktur, Mensch und Fahrzeug. Wir konzentrieren uns nicht nur darauf, was wir mit guter Infrastruktur verbessern können, sondern arbeiten mit einem schwer berechenbaren Faktor - dem individuellen Verhalten von Menschen. Deshalb setzen wir uns bei der Planung von Sicherheitsverbesserungen die Brille der Autofahrerinnen und Autofahrer auf. Dabei berücksichtigen wir menschliche Leistungsgrenzen und Reaktionen von Lenkerinnen und Lenkern. Der Autofahrer muss schnell und einfach verstehen können, was wir ihm mitteilen wollen. Die beste Infrastruktur und modernste Technik können nur unterstützen. Informationen umsetzen und das Fahrverhalten ändern, kann nur der Fahrer selbst. Die ASFINAG muss daher ihre Straßen so aufbereiten, dass Autolenkerinnen und -lenker sie verstehen. Andernfalls bleiben die Bemühungen für mehr Sicherheit ohne spürbaren Erfolg.

Mit viel Energie in die zweite "Spielhälfte"

Das Fazit der ersten Halbzeit: Wir haben schon vieles erfolgreich umgesetzt. Aber: "Wer aufhört, noch besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein". Nach diesem Motto wurde die ASFINAG Strategie weiterentwickelt, wobei konkrete und ambitionierte Vorhaben für die nächsten fünf Jahre formuliert wurden. Die wichtigsten im Überblick:

  • Finanzen: Ein Jahresüberschuss von mindestens 300 Millionen Euro und eine fiktive Schuldentilgungsdauer von maximal 30 Jahren, und damit innerhalb der durchschnittlichen Lebensdauer der Infrastruktur stehen hier im Fokus. 30 Jahre - das ist der Zeitraum, in dem bei einem Stopp des Neubaus die ASFINAG alle Verbindlichkeiten aus eigener Kraft tilgen könnte.
  • Verkehrssicherheit: Ergänzend zum bisherigen Ziel der Verringerung der Unfälle mit Personenschaden legt die ASFINAG zukünftig einen Fokus auch auf die Reduktion der Unfallschwere.
  • Verfügbarkeit: Höchstes Augenmerk liegt auf der Reduktion von Anzahl und Länge von Staus auf Basis einer fundierten Datenanalyse.
  • Benutzerfreundliche Mautsysteme: Die ASFINAG legt größten Wert darauf, dass die Kundinnen und Kunden Maut und Vignette rasch und einfach bezahlen können. Ein Ziel daher: Die Einführung einer digitalen Vignette als Ergänzung zur Klebevignette.
  • Verkehrsinformationen: Die ASFINAG will jederzeit aktuelle und hochqualitative Verkehrsinformationen bereitstellen - sowohl direkt ins Fahrzeug als auch über die Anzeigen auf der Straße.
  • Service: Die ASFINAG ist ein serviceorientierter Infrastrukturanbieter. Daher werden weitere erfolgreiche Projekte - etwa die Ausweitung des Rastangebotes oder der Lkw-Stellplatzinformationen auf der Strecke - umgesetzt.

Downloads zu diesem Thema

Weiterführende Links