Gemeinsam sicher durch den Winter

Auch wenn es bereits frühlingshaft warm ist, gilt noch bis 15. April 2017 die sogenannte situative Winterreifenpflicht. Wer also ohne entsprechender Ausrüstung bei winterlichen Fahrbahnbedingungen unterwegs ist, gefährdet sich und andere – und teuer kann es obendrein werden.

Wir von der ASFINAG fahren in einem durchschnittlichen Winter vier Millionen Kilometer (das ist fünfmal die Strecke Erde-Mond und wieder retour), um die rund 2.200 Autobahn- und Schnellstraßen-Kilometer für Sie von Schnee und Eis frei zu halten. Dafür stehen in ganz Österreich rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz. Gut und sicher durch den Winter zu kommen, ist Teamarbeit: Wir Räumen und Streuen, Sie als Autofahrerin und Autofahrer gehen bitte vom Gas, halten Anstand und überholen unsere Räumstaffeln nicht. Nachstehend die wichtigsten Sicherheits-Tipps.

So kommen Sie sicher durch den Winter

  • Fahrzeug rechtzeitig winterfit machen: Scheibenwischanlage, Öl, Kühl- und Bremsflüssigkeit prüfen! Ist die Batterie noch leistungsfähig? Sind alle Lichter und Scheinwerfer intakt?
  • Die Winterreifenpflicht gilt für Pkw von 1. November bis zum 15. April des Folgejahres (bei winterlichen Fahrbahnbedingungen).
  • Zustand der Winterreifen prüfen: Passt die Profiltiefe? Die Werkstätte Ihres Vertrauens unterstützt Sie dabei.
  • Für Lkw über 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht besteht Winterreifenpflicht auf zumindest einer Antriebsachse. Und: Lkw müssen außerdem die passenden Schneeketten mitführen, damit sie bei ungünstigem Wetter nicht auf der Strecke bleiben.
  • Ist es ein eisiger Tag? Alle Scheiben müssen vor Fahrtantritt enteist werden, damit Sie freie Sicht haben.
  • Fahrverhalten an die Witterung anpassen: Tempo reduzieren, Abstand vergrößern, keine abrupten Lenk- und Bremsmanöver.
  • Auf Brücken, bei Tunnelein- und Tunnelausfahrt weder stark bremsen noch stark beschleunigen.
  • Die ASFINAG-Räumstaffeln nicht überholen: Die Straße vor dem Schneepflug ist noch nicht geräumt!
  • Nutzen Sie die Verkehrsinfodienste der ASFINAG und informieren Sie sich über Wetterlage und Streckenverhältnisse auf ihrer Fahrroute.
  • Beachten Sie die aktuellen Schaltungen auf den Überkopfwegweisern.

Winterdienst in Zahlen

        43 Autobahnmeistereien
   1.200 Mitarbeiter
   2.199 km Streckennetz
      120 Räumabschnitte
        49 zu betreuende Rastplätze
        86 zu betreuende Raststationen
      400 Winterdienst Fahrzeuge
160.200 Tonnen Salzlagerkapazität

Salz: Das Mittel gegen Eis und Schnee

Der Einsatz der richtigen Menge Salz und wann feuchtes oder trockenes Salz verwendet wird, mutet manchmal an wie eine Wissenschaft. Und das ist es auch! Dabei gibt es jedoch einige Grundregeln, auf die die ASFINAG immer achtet.

 

Winterdienstfahrzeug füllt Salz bei einem Salzsilo nachFür das sichere Vorankommen bei winterlichen Fahrverhältnissen ist es wichtig, dass die Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn "salznass" ist und sich an dieser Kontaktfläche kein Eis oder Schnee festsetzen kann - also weder an den Autoreifen, noch an der Fahrbahn. Damit dieser Zustand erreicht wird, streuen die Winterdienstfahrzeuge der ASFINAG bereits vor dem Einsetzen von Niederschlag (Regen, Schnee aber auch Reifglätte). Diese Streuung erfolgt mit einer feuchten Salz/Sole-Mischung. So wird gewährleistet, dass das Salz auf der Fahrbahn haften bleibt, sich auf der Fahrbahnoberfläche erst gar keine Eiskristalle bilden können, geringe Schneemengen sofort tauen und bei viel Schneefall die Räumung leichter ist. In der Fachsprache nennen wir das vorbeugende oder Präventiv-Streuung. Für diese reichen bereits wenige Gramm Salz pro Quadratmeter (ca. fünf Gramm) aus. Das entspricht der Menge Salz eines gestrichenen Teelöffels.

So speziell sind die Streckenabschnitte in Österreich

Den Winterdienst laufend zu optimieren, steht im Fokus der ASFINAG. In den vergangenen Jahren haben wir rund eine Million Euro in Wissenschaft, Forschung und in neue Technologien investiert. Dennoch: Aufgrund der Topologie in Österreich gibt es unterschiedliche Herausforderungen im Winterdienst.

  • Wiener Raum: Extrem hohes Verkehrsaufkommen, Stadtautobahn A 23 mit mehr als 200.000 Fahrzeugen pro Tag, vierstreifiger Abschnitt A 2 zwischen Baden und Stadtgrenze, Steigungsstrecke A 21 mit bis zu 5,2 % (im Vergleich: Brenner Autobahn 6 %).
  • Südösterreich: Pack Autobahn (1.000 Höhenmeter), A 2 Richtung Italien und A 11 Richtung Slowenien neuralgische Punkte bei Wetterlage Adria-Tief, weitere niederschlagsintensive Bereiche Semmering (S 6) und Bosruck (A 9).
  • Nordabschnitt Salzburg /OÖ: Tauernroute durch alpine Lage (1.340 m), großer Tunnelanteil und starker Urlauberverkehr im Winter problematisch. In den städtischen Bereichen Salzburg und Linz Herausforderung durch starken Berufsverkehr und hohen Lkw-Anteil.
  • Westösterreich: Brenner Autobahn bis zu 1.370 Höhenmeter, hoher Brückenanteil, intensive Niederschläge bei Wetterlage Genua-Tief.

Hochmoderne Geräte im Winterdienst für jede Anforderung

Auf High-Tech setzt die ASFINAG unter anderem bei Streugeräten, dem Wetter-Prognose-System und im Winterdienst-Fuhrpark.

 

Trocken- oder Feuchtstreuung? Das Kombigerät macht es möglich

Mit hochmodernen Kombistreugeräten ist es der ASFINAG möglich, die Fahrbahnen je nach Zustand wahlweise mittels Trockensalz oder mit einer Feuchtsalzlösung zu streuen. Die Einstellung der Streumethode wird dabei direkt vom Fahrer des Gerätes vorgenommen – zusätzliche Umbauten sind nicht notwendig, da die Mischung Salz/Sole direkt im Fahrzeug passiert.

 

Der Helfer in der Not – Fire Storm

Als „Retter in der Lkw-Not" gilt bei der ASFINAG der sogenannte Fire Storm. Nach rund zwei Testjahren steht nun für die A 21 Wiener Außenring Autobahn ein speziell für die dortigen Anforderungen ausgerüstetes Winterdienstfahrzeug zur Verfügung. Zum Einsatz kommt das Heiß-Sole-Streugeräte in erster Linie, um Wiederanfahrtshilfe für hängende Lkw zu geben. Die heiße Sole wird mit sieben bar Druck auf die Fahrbahn gesprüht und „zerschneidet" den Schnee-/Eis-Belag. Die ASFINAG testet heuer erstmals, ob sich der Fire Storm Einsatz auch im herkömmlichen Räum- und Streudienst bewährt.

 

 

Winterfahrzeug mit Pflug und Schneefräse           Winterdienstfahrzeug mit aktivierter Salzstreuung

 

High-Tech Unterstützung für punktgenaue Einsätze

Zur genauen Planung von Wintereinsätzen bedient sich die ASFINAG hochmoderner Einrichtungen. Von Glättemeldeanlagen direkt auf der Fahrbahn über GPS-Einsatz zum Steuern der Räumfahrzeuge, bis hin zum Nutzen von Flugdaten im Wetter-Prognose-System reichen die „Helferleins" für den optimalen Ablauf.

 

Umfassende Datenerfassung über den Fahrbahnzustand

Über 400 Glättemeldeanlagen und mehr als 3.500 Detektoren, die direkt in der Fahrbahn verbaut sind, versorgen die Meistereien mit detaillierten Daten zum Fahrbahnzustand. Die Anlagen messen, wie viel Restsalz vom letzten Streueinsatz noch auf der Fahrbahn ist und sie geben Daten wie Niederschlagsart und –menge und die Fahrbahntemperatur an. 

 

GPS zur Flottensteuerung

Sämtliche Winterdienst-Einsatzfahrzeuge der ASFINAG sind mit GPS ausgestattet. Zusätzlich zur einfachen Einsatzsteuerung der Lkws kann die ASFINAG damit auch die Verbrauchsdaten erfassen. Der Vorteil: Effizienter Materialeinsatz, verbesserte Logistik und ein geringerer Verwaltungsaufwand.

 

Flugdaten für das ASFINAG Wetter-Prognose-System

Das Um und Auf bei der Einsatzplanung ist das Wissen rund um das Wettergeschehen. Deshalb setzt die ASFINAG auf das mit Flugdaten der Austro Control versehene ASFINAG-SWIS (Straßenwetterinformationssystem). Dabei greift jede der österreichweit 43 Autobahnmeistereien auf ein individuelles, regional abgestimmtes Wetter- und Radarbild zu. So ist es den Verantwortlichen möglich, Mikroklimazonen zu bestimmen und ihre Strecken entsprechend zu betreuen.

 

Kameras – die Augen auf der Strecke

Mehr als 6.200 Videokameras zeigen Echtzeitbilder der gesamten Autobahnen und Schnellstraßen am ASFINAG Netz. Die teilweise schwenk- und zoombaren Kameras dienen bei der Einsatzplanung als zusätzliches Hilfsmittel, um einen Eindruck über Verkehrsstärke und Fahrbahnzustand zu gewinnen.

Bergekonzepte für exponierte Streckenabschnitte

Damit auch im Ernstfall die Verfügbarkeit der Strecke so wenig wie möglich eingeschränkt ist, hat die ASFINAG für zwei Autobahnabschnitte ein spezielles Bergekonzept entwickelt – für die A 2 Süd Autobahn im Pack-Abschnitt und die A 21 Wiener Außenring Autobahn. Dabei werden bereits zu Beginn einsetzender Schneefälle an bestimmten Punkten entlang der Strecke Abschleppfahrzeuge positioniert. Die Fahrer dieser Fahrzeuge stehen in laufendem Kontakt mit der Winterdienst-Einsatzleitung und sind daher in ständiger Einsatzbereitschaft.

Frächtereinsatz zur Abdeckung von Spitzenzeiten

Im Fokus der Räumeinsätze zu Spitzenzeiten stehen für die ASFINAG die Hauptfahrbahnen des rund 2.200 Kilometer langen Streckennetzes. Daher greifen – je nach Bedarf – die Autobahnmeister zur Räumung von Auf- und Abfahrten, Rastplätzen oder Parkplätzen auf externe Frächter zurück. Damit ist sichergestellt, dass auch bei Starkschnee-Einsätzen alle Anlagen im ASFINAG Netz nutzbar gehalten werden.

Wussten Sie... Das kostet der Winterdienst

In einem durchschnittlichen Winter investiert die ASFINAG 40 bis 42 Millionen Euro, um Schnellstraßen und Autobahnen für ihre Kundinnen und Kunden frei von Eis und Schnee zu halten.

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