Nah am Vordermann heißt: nah am Unfall!

Das gilt besonders in dieser Jahreszeit doppelt, wenn die Sicht schlechter und die Straßenverhältnisse schwieriger werden!

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Jeder zweite Lenker hält mit Tempo 130 bei guten Verhältnissen auf Autobahnen nicht einmal 20 Meter Abstand. Für ein Drittel gilt das sogar bei nasser Fahrbahn oder bei Nebel! 30 Prozent der Befragten meinen ein Reaktionsvermögen von etwa einer halben Sekunde zu haben.

Jedoch weit gefehlt: Der empfohlene Sicherheitsabstand für Tempo 130 beträgt 70 Meter! Die durchschnittliche Reaktionszeit liegt zwischen 0,7 und 1,5 Sekunden und unterliegt variablen Einflüssen wie Alter, Aufmerksamkeit und auch Witterungsbedingung. Die alarmierenden Folgen dieser kollektiven Fehleinschätzungen: Jeder achte Unfall mit Verletzten auf Autobahnen ist die Folge von zu wenig Sicherheitsabstand. In Kombination mit Ablenkung oder zu hohem Tempo ist mangelnder Abstand sogar Mitursache bei jedem zweiten Unfall.

Radiospot: Mit Abstand am sichersten
Nur wer ausreichend Abstand hält, hat überhaupt eine Chance zu reagieren: Zwei Sekunden Abstand – bei 100km/h sind das mindestens 50 Meter – genügen auf Autobahnen, um den Reaktionsweg zu kompensieren und eine Kollision mit dem Fahrzeug vorne zu vermeiden.

Zum Radiospot

2 Sekunden Abstand entscheiden

Mindestens zwei Sekunden Abstand auf Autobahnen – diese Zeitspanne gilt unabhängig von Geschwindigkeit und Wetter. Das sind rund 70 Meter bei 130 km/h, bei 100 km/h mindestens 50 Meter.

 

Wie lange sind 2 Sekunden?

  1. Einen markanten Punkt am Fahrbahnrand fixieren.
  2. Sobald das vorausfahrende Auto diesen Punkt passiert, beginnt man zu zählen
    "Einundzwanzig, Zweiundzwanzig."
  3. Man sollte den markanten Punkt nicht erreicht haben, bevor man Zweiundzwanzig ausgesprochen hat.

 

Sicherheitsabstand? Das sagt die StVo
Die grundlegende Regel zum Sicherheitsabstand ist in Paragraf 18 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung notiert: „Der Lenker eines Fahrzeuges hat stets einen solchen Abstand vom nächsten vor ihm fahrenden Fahrzeug einzuhalten, dass ihm jederzeit das rechtzeitige Anhalten möglich ist, auch wenn das vordere Fahrzeug plötzlich abgebremst wird."

Verkehrssicherheit ist Teamarbeit

Damit das Risiko für einen Unfall möglichst gering ausfällt, braucht es einerseits moderne Infrastruktur und richtige Gesetze. Andererseits braucht es auch bewusst fahrende Lenker. Hier ist die Eigenverantwortung jedes Einzelnen gefordert.

 

Unsere Tipps zum sicheren Fahren:

  • Immer zwei Sekunden Abstand halten.
  • Konzentriert und vorausschauend fahren.
  • Regelmäßig - alle zwei Stunden - Pausen einlegen.
  • Den Witterungsbedingungen angepasst fahren.

Selbstüberschätzung und Unwissen - ein gefährlicher Mix

Eigenwahrnehmung und Gefahrenbewusstsein stimmen laut aktueller Umfrage im Auftrag der ASFINAG nicht mit dem tatsächlichen Fahrverhalten überein. Befragt wurden 800 Autobahnnutzer in Österreich im Zeitraum Oktober 2015, durchgeführt wurde die Untersuchung vom IFES - Institut für empirische Sozialforschung.

Vordergründiges Problembewusstsein und Angaben zur eigenen Fahrpraxis stimmen beim Thema Abstand halten nicht überein. Obwohl ganze 96 Prozent angeben, dass herbstliches Wetter, wie z.B. leichter Nebel oder Nieseln, ihr individuelles Abstandsverhalten beeinflusst, hält die klare Mehrheit nach eigenen Angaben deutlich zu wenig Abstand.

Mehr als die Hälfte gibt an, bei 130 km/h und guten Verhältnissen höchsten maximal vier Fahrzeuglängen – also nicht einmal 20 Meter oder 0,6 Sekunden – Abstand zu halten, ein Drittel sogar bei Nässe oder bei Nebel! 80 Prozent der Befragten sagen dennoch, dass sie die „Zwei-Sekunden-Regel" immer oder meistens einhalten.

(c) asfinag
Schätzen Sie, wie groß ist der Abstand zwischen Ihnen und dem Vordermann bei 130 km/h und unterschiedlichen Bedingungen?
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Wie häufig halten Sie den empfohlenen Mindestabstand von zwei Sekunden ein?

Nur 31 Prozent konnten den korrekten Abstand von 50 Metern bei 100 km/h richtig einschätzen. Und 33 Prozent sind der Meinung, in maximal 0,5 Sekunden auf ein Signal (etwa Bremslicht) reagieren zu können. Dies schaffen nur Profi-Rennfahrer bei voller höchster Konzentration.

(c) asfinag
Wieviele Meter sollte Ihrer Einschätzung nach der Mindestabstand zum Vordermann bei 100 km/h sein?
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Bitte schätzen Sie: Wie schnell reagiert der Autofahrer im Durchschnitt?