10.08.2021

ASFINAG setzt für Brückenaushub auf der A 23 auf einen der größten verfügbaren Raupenkräne Europas

Mehr als 500 Tonnen schwerer Brückenteil der „gesperrten Ausfahrt Simmering“ wird in einem Stück ausgehoben

Am Wochenende 14./15. August ist es soweit: Der letzte Brückenteil der „gesperrten Ausfahrt Simmering“ wird ausgehoben. Damit es gelingt, das 43 Meter lange und 550 Tonnen schwere Betonteil in einem Stück wegzuheben, setzt die ASFINAG einen der größten verfügbaren Raupenkräne Europas ein. Weltweit sind nur zwölf Stück dieser Kranart verfügbar.

Das letzte Stück dieser Brücke überspannt derzeit noch die A 23 Südosttangente im Bereich der ehemaligen Anschlussstelle Arsenal, besser bekannt als „gesperrte Ausfahrt Simmering“. Nachdem die darunter führende A 23 in diesem Bereich eine Hochstraße ist, die für das Gewicht des mehr als 500 Tonnen schweren Brückenteils inkl. Arbeitsgeräten statisch nicht konzipiert ist, ist ein herkömmlicher Abbruch mit Bagger und Meisel nicht möglich. Zeitgleich wird eine zweite Brücke („Schrackbrücke“) konventionell abgetragen. Diese Brücke befindet sich im Bereich zwischen der Anschlussstelle Favoriten und dem Absbergtunnel.

Für beide Maßnahmen wird die A 23 am Wochenende 14./15. August zeitweise zwischen den Anschlussstellen Gürtel/Landstraße und Verteilerkreis Favoriten für den Verkehr in beiden Richtungen gesperrt.

Brückenaushub mit Raupenkran

Der Großteil der Auf- und Abfahrten der „gesperrten Ausfahrt Simmering“ wurde in den vergangenen Monaten bereits abgerissen. Das letzte markant über die A 23 führende Brückenteil wird am Wochenende des 14./15. August ausgehoben. Dazu setzt die ASFINAG einen der größten Raupenkräne Europas ein. Dieser hat eine Hebekapazität von maximal 1.600 Tonnen und erreicht in seiner längsten Rüstvariante eine maximale Hakenhöhe von 210 Metern. In der Konfiguration vor Ort ist der Hauptausleger „nur“ 84 Meter hoch. Dieser Kran wird die 550 Tonnen schwere und 43 Meter lange Brücke in einem Stück ausheben und neben der Tangente ablegen. Erst dort wird die Brücke konventionell „zerkleinert“.

Auch bei diesem Projektmeilenstein hat die ASFINAG den Umweltschutzgedanken großgeschrieben. So wurden die Aufstellfläche für den Raupenkran und die Ablagefläche für die Brücke nicht betoniert, sondern mit vorhandenem Erdmaterial und dem recycelten Betonabbruch der restlichen Brücken aufgeschüttet. Damit kann diese Fläche nach Ende der Bauarbeiten (Ende 2022) unkompliziert renaturiert werden. Auch der letzte Brückenrest wird in seine Bestandteile wie Stahl und Beton zerlegt, diese werden voneinander getrennt, aufbereitet und können somit wiederverwendet werden.

Sperren der A 23 Südosttangente in beide Richtungen

Die A 23 wird zwei Mal am Wochenende gesperrt:

  • Am Samstag, 14. August von 0 Uhr bis voraussichtlich 6 Uhr früh
  • Von Samstag auf Sonntag, 14./15. August von 22 Uhr bis voraussichtlich 10 Uhr

Die Sperre erfolgt zwischen den Anschlussstellen Gürtel/Landstraße und dem Verteilerkreis Favoriten. Wann die Sperre am Sonntag tatsächlich aufgehoben werden kann, hängt vom Fortschritt des konventionellen Brückenabbruchs im Bereich des Verteilerkreises ab („Schrackbrücke“).

Diese Arbeiten werden nicht von der ASFINAG durchgeführt. Sie werden jedoch – um Synergien zu schaffen – im „Schatten“ des Brückenaushubs vorgenommen. Kontakt für Rückfragen zum Abbruch dieser Brücke: DI Jennifer Schödl, Tel.: +43171232307719, Mail: Jennifer.Schoedl@lidl.at

Auf-/Abfahren A 23 während der Sperren

Richtung Süden (A 2 Südautobahn, A 21 Außenringautobahn) muss während dieser Sperrzeiten beim Gürtel abgefahren werden. Beim Verteilerkreis Favoriten kann wieder auf die A 23 Richtung Süden aufgefahren werden.

Richtung Norden (A 4 Ostautobahn, A 22 Donauuferautobahn) muss während dieser Sperrzeiten beim Verteilerkreis Favoriten abgefahren werden. Bei der Anschlussstelle Gürtel/Landstraße kann dann wieder auf die A 23 Richtung Süden aufgefahren werden.

Anschlussstelle Arsenal & Hochstraße St. Marx

Ursprünglich war die Anschlussstelle Arsenal als Einbindung der A 3 Südostautobahn in die A 23 gedacht. Fertiggestellt wurden die Auf- und Abfahrten der heute als „gesperrte Ausfahrt Simmering“ bekannten Anschlussstelle 1977 – eine Inbetriebnahme erfolgte jedoch nicht. Heute mündet die A 3 beim Knoten Guntramsdorf in die A 2 Südautobahn. Nach mehr als 30 Jahren wäre nun im Zuge der Arbeiten an der Hochstraße St. Marx eine Sanierung fällig gewesen, deren Wirtschaftlichkeit jedoch nicht gegeben ist. Daher wird der gesamte Bereich abgetragen, neue Betriebsumkehren für die ASFINAG und die Blaulicht-Einsatzfahrzeuge werden errichtet, und das restliche Areal wird renaturiert.

Die A 23 wurde großteils in den 1970er Jahren erbaut. Konzipiert war sie für etwa 45.000 Fahrzeuge pro Tag. Heute zählt man im Abschnitt der Hochstraße St. Marx – mit den Anschlussstellen Gürtel, und St. Marx sowie dem Knoten Prater – jeden Tag mehr als 200.000 Fahrzeuge. Damit also knapp fünf Mal so viel wie ursprünglich geplant. Den Schwerverkehr mitgerechnet, trägt Wiens wichtigste Autobahn täglich eine enorme Last. Damit sie das auch in Zukunft kann, und der Fahrkomfort und die Sicherheit nicht auf der Strecke bleiben, saniert die ASFINAG die 18 Kilometer lange Stadtautobahn laufend.

Generalerneuerung Hochstraße St. Marx

Der Bauabschnitt zur Generalerneuerung der Hochstraße St. Marx ist knapp drei Kilometer lang und führt vom Knoten Prater bis zum Knoten Arsenal (ehemalige gesperrte Ausfahrt Simmering). In die Generalsanierung investiert die ASFINAG 129 Millionen Euro. Anfang März 2020 wurde die Baustelle begonnen, Ende 2022 sind die Arbeiten abgeschlossen. Bis Ende 2022 erfolgt die Sanierung von:

  • 32 Brücken
  • zehn Auf- und Abfahrten
  • zwei Anschlussstellen (St. Marx und Gürtel)
  • 150.000 Quadratmeter Fahrbahn (= 37 Fußballfelder)

Zusätzlich errichtet die ASFINAG entlang der A 23 Hauptfahrbahn einen neuen, teilweise mehr als vier Meter hohen Lärmschutz für rund 15.000 Anrainerinnen und Anrainer. Die 400 Beleuchtungskörper werden alle auf energiesparende LED-Beleuchtung umgestellt. Die Lebensdauer von LEDs beträgt etwa zehn Jahre, jene der herkömmlichen Beleuchtung nur rund zwei Jahre. Wissenschaftliche Studien belegen: LED-Leuchten sind das ökologisch verträglichste Leuchtmittel. Bei herkömmlichen Beleuchtungstechnologien wird fast 50 Prozent des abgegebenen Lichts nach oben und zu den Seiten abgestrahlt. LED-Beleuchtung hat eine präzisere Lichtlenkung.

Nachhaltige und ressourcenschonende Tangentensanierung

Das Ziel der ASFINAG ist es, Sanierungen ressourcenschonend abzuwickeln und Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und der Menschen umzusetzen. Die Maßnahmen reichen vom Materialrecycling und der Renaturierung von für den Bau benötigten Flächen bis hin zur Umrüstung auf energiesparende LED-Leuchten, dem Einsatz einer ökologischen Bauaufsicht und die Errichtung neuer und höherer Lärmschutzwände.

Mehr dazu: https://www.asfinag.at/verkehrssicherheit/bauen/bauprojekte/a-23-suedosttangente-wien-generalerneuerung-hochstrasse-st-marx/

Information ist alles! Zeitgerecht für die richtige Routenwahl

Rasche Information ist die Basis für die optimale Routenwahl. Damit das gelingt, setzt die ASFINAG auch diesmal auf zeitnahe und verlässliche Information. Bei den Bauarbeiten auf der Tangente kommen breit gestreute Anrainerinnen-/Anrainer-Infos genauso zur Anwendung wie Infos über die elektronischen Anzeigetafeln auf den Zulaufstrecken. Vor jeder Sperre einer Auf- und Abfahrt verteilt die ASFINAG Infoflyer direkt an die Autofahrerinnen und Autofahrer.

Zusätzlich ist es möglich, den „Tangente Neu Newsletter“ zu abonnieren: https://www.asfinag.at/Newsletteranmeldung_hssm.

Alle Projektinfos sind außerdem auf www.asfinag.at und über die ASFINAG App „Unterwegs“ verfügbar. Medienkooperationen und das Nutzen von weiteren Medien wie Facebook und Twitter zum Infotransport sind für die ASFINAG ebenso wichtig, wie die gute Zusammenarbeit mit dem Partner Ö3 und allen weiteren Radiosendern.

Online-Infos:

https://www.asfinag.at/verkehrssicherheit/bauen/tangente-neu/

Tangente Neu – ein Blick hinter die Kulissen:

https://blog.asfinag.at/hinter-den-kulissen/tangente-neu/