29.04.2021

Unachtsamkeit und Ablenkung häufigste Ursache bei Unfällen mit Motorrädern auf Autobahnen und Schnellstraßen

Knapp 800 Motorradunfälle zwischen 2012 und 2019 auf Autobahnen - Infoschwerpunkt „Gebt aufeinander Acht!“ für mehr Zweirad-Sicherheit

Ablenkung ist vor Übermüdung, zu hohem Tempo und zu wenig Abstand generell bei allen Unfällen unangefochtene Nummer eins bei den Risikofaktoren auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen. In besonderem Maße gilt dies für Motorradlenkerinnen und –lenker, weil Unfälle auf zwei Rädern oft mit schweren Verletzungen enden. Denn: Motorradfahrerinnen und -fahrer besitzen keine Knautschzone und tragen dadurch bei Unfällen automatisch ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Sie sollten deshalb besonders aufmerksam sowie vorausschauend fahren und für andere Verkehrsteilnehmer „mitdenken“. Die ASFINAG möchte mit dem Info-Schwerpunkt „Gebt aufeinander Acht!“ für mehr Zweirad-Sicherheit sorgen.

40 Prozent aller Unfälle durch Unachtsamkeit/Ablenkung

Zwischen 2012 und 2019 ereigneten sich insgesamt 777 Motorrad-Unfälle auf dem Netz der ASFINAG. Bei rund 300, das sind fast 40 Prozent, ist die Unfallursache Unachtsamkeit oder Ablenkung. Die verbotene Nutzung von Smartphone oder das Bedienen von Navi & Co während der Fahrt bringt somit für Biker ein ähnlich hohes Unfallrisiko wie für Menschen hinterm Lenkrad. Danach folgen als weitere Ursachen mit großem Abstand nichtangepasste Geschwindigkeit und zu geringer Sicherheitsabstand.

„Aufmerksame Lenkerinnen und Lenker haben eine Reaktionszeit von einer Sekunde oder weniger. Wer allerdings gar mit dem Smartphone auf dem Bike hantiert oder sich von einem Navi ablenken lässt, braucht oft mehrere Sekunden, um auf eine Gefahr zu reagieren. Wertvolle Zeit, die oft über Leben und Tod entscheidet“, ist sich ASFINAG-Sicherheitsexperte Bernhard Lautner sicher, „wer abgelenkt ist, hält zudem die Spur sehr schlecht, verwendet keinen Blinker und ist oft zu langsam oder zu schnell unterwegs. Das belegen uns auch die Unfallzahlen bei den Motorrad-Fahrerinnen und –Fahrern.“

Im Jahr 2019 ereigneten sich 128 Unfälle mit Personenschaden auf dem ASFINAG-Netz, an denen Motorräder beteiligt waren. 26 Prozent davon waren Auffahrunfälle und 18 Prozent passierten beim Fahrstreifenwechsel. Gefährliche Ablenkungen können etwa Bedienung eines Navi-Systems auf dem Bike, Landschaft betrachten oder Insekten auf dem Visier darstellen. Einfach gesagt: Wer die Augen auf der Straße hält, ist sicherer unterwegs.

Wichtige Tipps für weniger Ablenkung und mehr Zwei-Rad-Sicherheit

Fahrten auf zwei Rädern sind für viele ein Zeichen für Freiheit, um etwa mehr von Land und Leute zu sehen, wenn man unterwegs ist. Um das auch wirklich genießen zu können, sollten folgende Tipps beherzigt werden.

  1. Augen auf die Straße: Auch, wenn die Landschaft ein wahres Fest für die Augen ist – die Augen gehören auf die Straße. Nur so kann vorausschauend gefahren werden, man kann frühzeitig Gefahren wie etwa Bremslichter erkennen und auf die Einhaltung der Geschwindigkeit achten.
  2. Keine Ablenkungen auf dem Motorradsattel: Reduziere Ablenkungen wie etwa Radiohören über die Kopfhörer im Helm soweit wie möglich.
  3. Weniger Technik ist oft mehr: Navi-Kommandos, frisch auf dem Smartphone eintreffende Nachrichten und auch Hinweise auf Anrufe, die über das Headset im Helm gleich angenommen werden können. Für die Darstellung der Musiktitel in den Playlists des Smartphones ist ebenfalls gesorgt, durchzappen inklusive. All das ermöglicht die moderne Technik für den Motorradfahrer. All das kann aber vom Wesentlichen ablenken und im schlimmsten Fall fatal enden.
  4. Pausen machen erhöht die Konzentrationsfähigkeit!