Österreichweit einzigartiges Pilotprojekt für modernstes Monitoring geht auf Terfener Innbrücke (A 12 Inntalautobahn) in Betrieb

Arbeiten zur Einstellung des neuartigen Brücken-Monitoringsystems ab Montag - Nachtanhaltungen in Richtung Kufstein notwendig

Am 25. April (ab 21 Uhr bis 5 Uhr) finden auf der Terfener Innbrücke sogenannte Belastungsversuche statt. Diese Testanordnung ist notwendig, um das neuartige Monitoringsystem der Brücke entsprechend einzustellen. Die Ende 2020 neu errichtete Brücke erhält somit ein modernes Messsystem, das wesentliche Daten für die Beurteilung zu eventuell notwendigen Sanierungen in der Zukunft liefert.

Im Rahmen eines österreichweit einmaligen Pilotprojekts wurden bereits bei der Neuerrichtung Lichtleiterkabel im Brückeninneren verbaut. Dieses eingebaute Monitoringsystem sammelt Daten zum Verhalten bzw. zu möglichen Veränderungen der Brücke während ihrer gesamten Lebensdauer. Dies erfolgt über die Messung von Dehnungen und zugehöriger Temperatur im Bauwerk.

Aus diesen kann der Kraftverlauf in der Brücke berechnet werden. Damit werden exakte Daten hinsichtlich der Verkehrsbeanspruchung, Verformungsverhalten des Bauwerks und Brückenschäden bzw. Hinweise auf die Restlebensdauer gewonnen. Eingespeist werden diese Daten in ein eigenes statistisches Modell, dem sogenannten „Digitalen Zwilling“. Er verarbeitet die Messdaten und visualisiert den aktuellen inneren Zustand der Brücke. „Dadurch können wir mögliche Veränderungen des Bauwerks über die gesamte Zeit der Lebensdauer darstellen. Das heißt: Wir erhalten die gesamte Bauwerksgeschichte quasi von Geburt der neuen Brücke an und können noch besser beurteilen, welche Baumaßnahmen in Zukunft wann notwendig sein werden. Ein sehr innovativer Ansatz, aus dem wir uns wesentliche Erfahrungswerte für eventuell weitere Anwendungsbereiche erhoffen“, ist sich ASFINAG-Geschäftsführer Andreas Fromm sicher.

Eichung des Systems erfolgt mit Nachtanhaltungen auf A 12

Damit diese Messsysteme auch entsprechend skaliert werden, braucht es eine Eichung des neuartigen Monitoringsystems. Dafür werden ab Montagnacht mehrere 40-Tonnen-Lkw auf der Brücke positioniert – die Belastung dieser Lkw auf die Brücke wird gemessen und dient als „Skala“ für die eingebaute Sensorik. Für die Verkehrsteilnehmenden bedeutet dies, dass es in der Nacht von Montag auf Dienstag zu einer einspurigen Verkehrsführung in Richtung Kufstein kommt. Darüber hinaus sind insgesamt sechs kurze Verkehrsanhaltungen in der Nacht ebenfalls in Richtung Kufstein notwendig. Diese werden jeweils maximal rund 30 Minuten dauern.