08.11.2022

Freie Fahrt auf der A 23 Hochstraße St. Marx

Nach zwei Jahren Generalerneuerung: Hauptfahrbahn der Tangente zwischen Prater und Arsenal baustellenfrei

Im März 2020 startete die ASFINAG die Hauptbauarbeiten zur Rund-um-Erneuerung der knapp drei Kilometer langen Hochstraße St. Marx auf der A 23 Südosttangente Wien. Unter dem Motto Tangente Neu, wurde damit ein weiterer Bereich der hochfrequentierten Stadtautobahn A 23 auf den aktuellen Stand der Technik gebracht und damit fit für die Zukunft gemacht. Jetzt, nach fast drei Jahren Bauzeit wird die Hauptfahrbahn dieses Abschnittes zwischen dem Knoten Prater und der ehemaligen „gesperrten Ausfahrt Simmering“ wieder zur Gänze baustellenfrei für den Verkehr freigegeben. Bis voraussichtlich Ende Februar laufen noch Abschlussarbeiten – diese allerdings abseits der Hauptfahrbahn und ohne Einschränkungen für den Verkehr tagsüber.

In den vergangenen Jahren sanierte die ASFINAG in diesem Projekt mehr als 30 Brücken, zehn Auf- und Abfahrten sowie die Anschlussstellen St. Marx und Gürtel und die Hauptfahrbahn. Für rund 15.000 Anrainer:innen wurde ein teilweise mehr als vier Meter hoher Lärmschutz errichtet. Die ehemals „gesperrte Ausfahrt Simmering“ wurde im Zuge der Arbeiten zur Gänze abgetragen und eine Betriebsumkehr für die ASFINAG und die Einsatzkräfte errichtet. Ein besonderes Highlight während dieser Umgestaltung war das Ausheben der Brücke über der Tangente im Sommer 2021 in einem Stück. Dafür setzte die ASFINAG einen der größten verfügbaren Raupenkräne Europas ein.  Das so frei gewordene Areal im Bereich an der Ostbahn unterhalb der Tangente, wird nach Abschluss aller Arbeiten zu einem Naherholungsgebiet umgestaltet. Insgesamt 157 Millionen Euro investierte die ASFINAG in die Generalerneuerung der A 23 Hochstraße St. Marx.

Generalerneuerung A 23 Hochstraße St. Marx

Der Bauabschnitt zur Generalerneuerung der Hochstraße St. Marx war knapp drei Kilometer lang und führte vom Knoten Prater bis zum Knoten Arsenal (ehemalige gesperrte Ausfahrt Simmering). Gestartet hat die ASFINAG die Arbeiten Anfang März 2020.  Auf den neuesten Technikstand wurden gebracht:

  • 32 Brücken
  • zehn Auf- und Abfahrten
  • zwei Anschlussstellen (St. Marx und Gürtel)
  • 150.000 Quadratmeter Fahrbahn (= 37 Fußballfelder)

Zusätzlich erfolgte eine Verbreiterung der Hauptfahrbahn von rund 1,3 Kilometer in der Anschlussstelle Landstraße. Zum Schutz der rund 15.000 Anrainerinnen und Anrainer errichtete die ASFINAG entlang der A 23 Hauptfahrbahn einen neuen, teilweise mehr als vier Meter hohen Lärmschutz. Die 400 Beleuchtungskörper des Abschnittes wurde auf energiesparende LED-Beleuchtung umgestellt.

Zur Aufrechterhaltung des Verkehrs trotz Bauarbeiten sorgte eine Verkehrsplanung mit rund 20 unterschiedlichen Spurführungen sowie der Bau von vier Verbreiterungen im Bereich der Anschlussstelle Landstraße. Zur besseren Orientierung setzte die ASFINAG auf ein Farbleitsystem auf der Strecke. Damit war auf einen Blick ersichtlich, welche Fahrspur für die unterschiedlichen, nahe beieinanderliegenden Ziele zu wählen war.

Eine durchgängige 60 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung inklusive der Überwachung mittels einer Multi-Section-Control-Anlage (diese misst auch Auf- und Abfahrten mit), sorgten während der Baustelle für eine Harmonisierung des Verkehrs.

Brückenaushub in einem Stück

Das letzte Stück der Auf- und Abfahrten der „gesperrten Ausfahrt Simmering“ war eine Brücke über die A 23 im Bereich der ehemaligen Anschlussstelle Arsenal. Nachdem die darunter führende A 23 in diesem Bereich eine Hochstraße ist, die für das Gewicht des mehr als 500 Tonnen schweren Brückenteils inkl. Arbeitsgeräten statisch nicht konzipiert war, war ein herkömmlicher Abbruch mit Bagger und Meisel nicht möglich. Daher musste das 43 Meter lange und 550 Tonnen schwere Betonteil in einem Stück weggehoben werden, wofür die ASFINAG einen der größten verfügbaren Raupenkräne Europas einsetzte. Weltweit sind nur zwölf Stück dieser Kranart verfügbar. Dafür waren im Sommer 2021 zwei mehrstündige Totalsperre der A 23 zwischen dem Gürtel und dem Verteilerkreis Favoriten notwendig.

Nachhaltige und ressourcenschonende Tangentensanierung

Ziel der ASFINAG ist es, Sanierungen ressourcenschonend abzuwickeln und Maßnahmen zum Schutz von Umwelt und Menschen umzusetzen. So auch bei der Generalerneuerung der A 23 Hochstraße St. Marx. Die Maßnahmen reichen von Recycling des Abbruchmaterials und der Renaturierung von für den Bau benötigten Flächen, bis hin zur Umrüstung auf energiesparende LED-Leuchten, dem Einsatz einer ökologischen Bauaufsicht und der Errichtung neuer und höherer Lärmschutzwände.

Materialrecycling

Allein bei Beton und Asphalt liegt die ASFINAG bereits bei allen ihren Bauprojekten bei einer Recyclingquote von mehr als 90 Prozent. So wurden auch bei der Generalerneuerung der A 23 Hochstraße St. Marx zusätzlich zum Asphaltrecycling die Abbruchreste der Rampen der ehemaligen „gesperrten Ausfahrt Simmering“ in ihre Bestandteile wie Stahl und Beton zerlegt, voneinander getrennt, aufbereitet und der Wiederverwendung zugeführt. Darüber hinaus wurden beispielsweise auch die Kassetten der alten Lärmschutzwände bis zur Fertigstellung der neuen Wand als Provisorien genutzt und erst danach entsorgt.

Kurze Wege

Auch die Wege zu den Aufbereitungs- und Deponiestellen waren bewusst kurzgehalten. So wurde beispielsweise der Betonabbruch in einer nur sechs Kilometer entfernten Aufbereitungsanlage verarbeitet. Eine Materialbrecher-Anlage direkt im Baufeld war aufgrund der Nähe zu den Wohnhäusern nicht möglich.

Alternative Kranaufstandsfläche KEINE Betonplatte

Für den Brückenaushub setzte die ASFINAG nicht nur einen der größten verfügbaren Raupenkräne Europas ein. Um den Umweltschutzgedanken dabei zu berücksichtigen, wurde die dafür notwendige Aufstellfläche nicht betoniert, sondern mit vorhandenem Erdmaterial und dem recycelten Betonabbruch der restlichen Brücken aufgeschüttet.

Renaturierung/Aufforstung

Auch die Renaturierung der gesperrten Ausfahrt Simmering ist Bestandteil des Projekts. Zwar wurde die Baufläche so gebaut, dass um 50 Prozent weniger gerodet werden musste als ursprünglich geplant. Dennoch erfolgt nach der Baufertigstellung eine Wiederaufforstung. Es werden mehr als 300 Bäume zusätzlich gepflanzt und eine Wiederaufforstung von mehr als 6.100 Quadratmeter vorgenommen. So entsteht in diesem Areal eine neue Naherholungszone für die Anrainer:innen.

Lärmschutz für 15.000 Anrainer:innen

Entlang der Hauptfahrbahn wurde ein bis zu 5,5 Meter hoher neuer Lärmschutz errichtet. Der Lärmschutz bei den Abstellflächen für die Polizei direkt auf der Hauptfahrbahn bleibt bestehen und wurde rund um die neuen Betriebsumkehren verlängert.

LED-Beleuchtung

Alle 400 Beleuchtungskörper wurden auf energiesparende LED-Beleuchtung umgestellt. Die Lebensdauer von LEDs beträgt etwa zehn Jahre, jene der herkömmlichen Beleuchtung nur rund zwei Jahre. Wissenschaftliche Studien belegen: LED-Leuchten sind das ökologisch verträglichste Leuchtmittel. Bei herkömmlichen Beleuchtungstechnologien wird fast 50 Prozent des abgegebenen Lichts nach oben und zu den Seiten abgestrahlt. LED-Beleuchtung hat eine präzisere Lichtlenkung.

Hamsterschutzfläche

Bereits im Vorfeld der Sanierung der Hochstraße wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen. Hier vor allem für die Tiere die sich im Umkreis der Stadtautobahn niedergelassen haben. So entstand bei der Anschlussstelle Gürtel eine 2.500 Quadratmeter große Hamsterschutzzone.

Hochstraße St. Marx – ehemalige Anschlussstelle Arsenal

Ursprünglich war die Anschlussstelle Arsenal als Einbindung der A 3 Südostautobahn in die A 23 gedacht. Fertiggestellt wurden die Auf- und Abfahrten der als „gesperrte Ausfahrt Simmering“ bekannten Anschlussstelle 1977 – eine Inbetriebnahme erfolgte jedoch nicht. Heute mündet die A 3 beim Knoten Guntramsdorf in die A 2 Südautobahn. Nach mehr als 30 Jahren wäre im Zuge der Arbeiten an der Hochstraße St. Marx eine Sanierung dieser niemals eröffneten Anschlussstelle angestanden. Deren Wirtschaftlichkeit war jedoch nicht gegeben. Daher hat die ASFINAG den gesamten Bereich abgetragen und neue Betriebsumkehren für die ASFINAG und die Blaulicht-Einsatzfahrzeuge gebaut. Die Renaturierung erfolgt im Zuge der Errichtung eines Parks durch die Stadt Wien. In einem rd. 4.000 Quadratmeter großen Teilbereich errichtet die ASFINAG eine Photovoltaik-Anlage um die naheliegenden Tunnelanlagen wie den Wildganstunnel bei der Anschlussstelle Gürtel oder den Tunnel Laaerberg mit grünem Strom zu versorgen.

Die A 23 Südosttangente Wien

Die A 23 wurde großteils in den 1970er Jahren erbaut. Konzipiert war sie für etwa 45.000 Fahrzeuge pro Tag. Heute zählt man im Abschnitt der Hochstraße St. Marx – mit den Anschlussstellen Gürtel, und St. Marx sowie dem Knoten Prater – jeden Tag mehr als 200.000 Fahrzeuge. Damit also knapp fünf Mal so viel wie ursprünglich geplant. Den Schwerverkehr mitgerechnet, trägt Wiens wichtigste Autobahn täglich eine enorme Last. Damit sie das auch in Zukunft kann und der Fahrkomfort und die Sicherheit nicht auf der Strecke bleiben, saniert die ASFINAG die 18 Kilometer lange Stadtautobahn laufend.