24.02.2022

Aufwändige Generalsanierung der A 9 von Übelbach bis Deutschfeistritz startet

Brücken und Freilandstrecken werden erneuert; Schartnerkogeltunnel erhält Sicherheits-Update

Kommende Woche starten die Arbeiten an einer besonders herausfordernden Generalsanierung eines Autobahn-Abschnittes in der Steiermark: Die 1978 errichtete zehn Kilometer lange Strecke der
A 9 Pyhrnautobahn zwischen Übelbach und dem Knoten Deutschfeistritz wird bis Ende 2023 völlig erneuert. Die geringe Breite der Pyhrnautobahn ermöglicht es in diesem Fall nämlich nicht, zwei Fahrspuren je Richtung wie auch im „Normalzustand“ zur Verfügung zu stellen. Die Sanierung des knapp 1,3 Kilometer langen Schartnerkogeltunnels kann zudem nur bei Vollsperre einer Tunnelröhre und Gegenverkehrsbetrieb in der zweiten Röhre umgesetzt werden.

Die ersten Vorbereitungsarbeiten für die Einrichtung der Verkehrsführung beginnen heute, Donnerstagabend. Der Gleinalmtunnel ist aus diesem Grund nachts ab 20.30 Uhr (Richtung Süden) beziehungsweise ab 22 Uhr (Richtung Norden) bis Freitag, den 25. Februar, 5 Uhr früh gesperrt. Eine weitere Sperre ist vom 1. auf den 2. März, wieder von 20 bis 5 Uhr früh erforderlich.

Die erste richtige Bauphase beginnt dann am Mittwoch, den 2. März. Die Richtungsfahrbahn Norden/Voralpenkreuz wird gesperrt, der Verkehr wird zur Gänze auf die Richtungsfahrbahn Süden/Spielfeld verlagert. In Richtung Süden bleiben für den Verkehr von Übelbach bis zur Raststation Deutschfeistritz zwei Fahrspuren, danach bis zum Knoten Deutschfeistritz nur noch eine Fahrspur. In Fahrtrichtung Norden wird der Verkehr beim Knoten Deutschfeistritz auf die Gegenfahrbahn auf eine verbliebene Fahrspur geleitet.

20 Brücken und mehr als acht Kilometer Fahrbahn neu

Bis zum Spätherbst werden in diesem Abschnitt insgesamt 20 Brücken mit Längen zwischen 20 und 100 Metern generalsaniert. Das heißt, die Brücken werden bis auf das Tragwerk abgebrochen und wiederaufgebaut. Die Fahrbahn im Freilandbereich wird mit einem neuen Asphalt versehen, erneuert werden auch die Rückhaltesysteme (Leitschienen und Betonleitwände) sowie die Lärmschutzwände. Die ASFINAG errichtet zudem insgesamt fünf neue Gewässerschutzanlagen, in denen alle Oberflächenwässer mitsamt möglichen Verunreinigungen von Fahrzeugen, Reifen und Ähnlichem gesammelt und gereinigt werden.

Schartnerkogeltunnel bekommt umfangreiches Sicherheits-Update

Im Zuge dieses Bauprojektes wird auch der Schartnerkogeltunnel von Grund auf erneuert. Neben der reinen baulichen Sanierung (Tunnelbeschichtung, neue Fahrbahn, ein zusätzlicher Fluchtweg) tauscht die ASFINAG natürlich auch die komplette Sicherheitsausstattung aus. Von den Videokameras und der Sensorik über die Lüftung bis zur Beleuchtung wird die gesamte E-Ausrüstung auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Zusätzlich wird im Tunnel auch das akustische Tunnelmonitoring AKUT eingebaut. Dieses von Joanneum Research mit der ASFINAG entwickelte Sicherheitssystem bringt ein deutliches Plus an Verkehrssicherheit. Mit den eingebauten Mikrofonen können dabei mit Hilfe einer speziellen Software untypische Geräusche wie Stimmen oder knallende Autotüren schneller als von anderen Sicherheitssystemen erkannt werden. Bei Unfällen oder anderen gefährlichen Ereignissen ermöglicht dieses System den Mitarbeitern der zuständigen ASFINAG-Verkehrsmanagementzentrale schneller zu agieren und das Nötige zu veranlassen beziehungsweise die Einsatzkräfte zu alarmieren.

Die Erneuerung dieses Streckenabschnittes wird im Jahr 2023 fortgesetzt, dann mit den Arbeiten auf der Richtungsfahrbahn Süden/Spielfeld. Insgesamt investiert die ASFINAG in die Erhaltung und Verbesserung dieser wichtigen Nord-Süd-Verbindung knapp 80 Millionen Euro.