14.09.2022

ASFINAG, Transitforum Austria-Tirol und Gemeinde Ampass: Neuer Lärmschutzdamm schützt Ortsteil Häusern

Keine zusätzliche Belastung für Budget der Gemeinde durch österreichweit einmaliges Modell erreicht

Dauerhafter, nachhaltiger Schutz vor Lärm für die Anrainerinnen und Anrainer – das ist das gemeinsame Ziel von ASFINAG, der Gemeinde Ampass und dem Transitforum Tirol. Seit Juni laufen im Bereich des Ortsteils Häusern die Arbeiten zur Errichtung eines bis zu 16 Meter hohen Lärmschutzdamms. Zurzeit erwarten die Beteiligten die erste Lieferung des Schüttmaterials, das für die Errichtung des Damms verwendet wird.

„Lärmschutz ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Uns ist es hier gelungen, in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten schnell eine hervorragende Lösung zu entwickeln. Der Damm wächst in den kommenden Monaten, um den Ortsteil Häusern effektiv zu schützen. Somit konnten wir eine Lärmschutz-Lösung entwickeln und umsetzen, die unseren Möglichkeiten entspricht – mit dem klaren Ziel, die Menschen zu entlasten“, erklärt ASFINAG-Geschäftsführer Stefan Siegele.

Zufrieden zeigt sich auch das Transitforum-Austria Tirol mit Obmann Fritz Gurgiser: „Wir möchten uns bei allen Beteiligten im Namen der vom Autobahnlärm sehr stark betroffenen Anrainerschaft in Ampass/Häusern dafür bedanken, dass dieses zeitgemäße und moderne Lärmschutzprojekt nun realisiert wird. Ganz besonders gilt der Dank auch allen Grundeigentümern für Ihr Entgegenkommen und Mitwirken, der Gemeinde und den Damen und Herren in der ASFINAG, die mit der Ausarbeitung und Realisierung beauftragt waren. Es ist ein deutliches Zeichen für uns im Transitforum, dass es trotz äußerst schwieriger Rahmenbedingungen für uns als ehrenamtliche Bürgerrechtsorganisation immer wieder möglich ist, unseren Mitgliedern Lebens- und Gesundheitsqualität zurück zu geben. Das gilt insbesondere für Kinder. Mit unserer Ampasser Gruppe sind wir seit Juni 2011 an diesem Thema dran – denn die damals geborenen Kinder haben mittlerweile die Grundschule verlassen. Es gilt also, effizienten Lärmschutz künftig noch schneller zu realisieren.“

Bürgermeister Markus Peer ist ebenfalls erfreut, dass sich hier in gemeinsamer Anstrengung die Lebensqualität der Bevölkerung verbessern wird. „Lärmschutz bedeutet automatisch auch mehr Lebensqualität für unseren Ortsteil Häusern. Wir haben hier gezeigt, was möglich ist, wenn alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen. Jetzt können wir beobachten, wie der neue Lärmschutzdamm wachsen wird“, so der Bürgermeister von Ampass.

Einzigartiges Modell in einzigartiger Kooperation

Das Besondere: Das gemeinsame Projekt von ASFINAG, Gemeinde und Transitforum Tirol unterscheidet sich von den üblichen Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn. In diesem Bereich der Autobahn war trotz intensivster Bemühungen bislang kein Lärmschutz in Form einer Lärmschutzwand möglich, der zu 100 Prozent ohne finanzielle Beteiligung etwa der Gemeinde hätte umgesetzt werden können. Der Grund dafür liegt in der für die ASFINAG bindenden Dienstanweisung für Lärmschutz an Bundesstraßen, die zum damaligen Zeitpunkt Gültigkeit hatte. Die Aufwendungen für die Errichtung von effektiven Lärmschutzmaßnahmen für Orte mit einer derart exponierten Lage wie im Falle des Ortsteiles Häusern sind extrem hoch. Gemeinsam mit der ASFINAG, der Gemeinde Ampass, dem Transitforum und den Grundeigentümern konnten jedoch die Weichen für einen nachhaltigen Lärmschutz gestellt werden.

Möglichst geringe Belastung für Bevölkerung während Bauphase

Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich aktuell auf 3,8 Millionen Euro. Der Lärmschutzdamm wird mit 365.000 Kubikmeter Material auf einer Länge von rund 600 Metern und einer Höhe von bis zu 16 Metern errichtet. Der 13.000 Quadratmeter große Hang, der dadurch in Richtung Autobahn entsteht, wird zur Gänze aufgeforstet und renaturiert. Die ebene Topfläche des Damms wird künftig wieder für eine landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung stehen.

Die Fertigstellung ist aus derzeitiger Sicht – und sofern alles nach Plan verläuft - für 2023 vorgesehen. Um die Beeinträchtigungen für den Siedlungsraum von Ampass durch die Materialtransporte so gering wie möglich zu halten, wurde für die Hauptbauphase ein eigenes Verkehrskonzept entwickelt. So sollen die Materialanlieferungen ausschließlich über die Autobahn abgewickelt werden.