22.06.2021

Mobiles ASFINAG-Team für weniger Stau: Traffic Manager als Ersthelfer im Einsatz

Ab 24. Juni greifen neue ASFINAG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt auf den Strecken ein

 

Ab 24. Juni 2021 sind die neuen zehn ASFINAG Traffic Manager 24 Stunden, sieben Tage in der Woche auf mehr als 80 Kilometer Autobahnen im Bundesland Salzburg unterwegs.

Die Kernaufgaben: Sie sind Ersthelfer auf der Strecke im Ernstfall unterstützen die Blaulichtorganisationen professionell – etwa durch rasches Absichern von Unfall- oder Pannenautos oder aktives Vorbeileiten des Verkehrs bei Behinderungen, um Staus zu verhindern oder zu reduzieren. 

Das Betreuungsgebiet erstreckt sich auf die A 1 West- und die A 10 Tauernautobahn zwischen der Anschlussstelle Mondsee und dem Knoten Pongau inklusive dem Zubringer Bischofshofen. Stationiert ist das Team – zwei Mitarbeiterinnen und acht Mitarbeiter – in der Autobahnmeisterei Salzburg-Liefering und steht in ständigem Kontakt mit der Verkehrs-Managementzentrale St. Michael im Lungau. Diese dient auch als „Leitstelle“.

Das Konzept einer in allen verkehrlichen, rechtlichen und operativen Angelegenheiten geschulten Autobahn-Einheit hat sich in Österreich schon seit 2013 im Ballungsraum Wien bzw. seit 2018 in und um Linz bewährt. In Oberösterreich konnte etwa bereits im ersten Jahr die Dauer von Behinderungen durch Pannen im Schnitt um ganze 25 Prozent, das sind jeweils 15 Minuten weniger, gesenkt werden.

Viele positive Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden bestätigen darüber hinaus, dass die Traffic Manager ihnen in oft sehr schwierigen Situationen auf der Autobahn große Sicherheit verschafft haben.

Weniger Stau durch rasches Eingreifen bei Behinderungen

Die Traffic Manager werden sich darauf konzentrieren, die in Salzburg so oft angespannte Verkehrssituation auf den Autobahnen zu verbessern. Denn bei Spitzenwerten von mehr als 100.000 Fahrzeugen täglich hat insbesondere auf der A 1 Stadtautobahn schon ein kleines Problem auf der Strecke große Auswirkungen. Rasche Pannen- und Unfallhilfe in Kombination mit sofortiger Information an die ASFINAG Verkehrsmanagement-Zentrale St. Michael sind die Kernaufgaben der zehn Traffic Manager – und entscheidend, um den Verkehr in Fluss und die negativen Auswirkungen in Grenzen zu halten.

Bislang waren die Mitarbeiter der Autobahnmeistereien – die aber auch für Erhaltungsarbeiten, kleinere Baustellen, Winterdienst oder Grünschnitt verantwortlich sind – an der Bewältigung von Verkehrsbehinderungen beteiligt. Ab sofort sind die Traffic Manager auf diese Kernaufgabe spezialisiert, meist auf der Strecke unterwegs oder zu den Stoßzeiten schon an neuralgischen Stellen positioniert. Aus diesem proaktiven Zugang ergeben sich die entscheidenden Zeitvorsprünge.  Zur Routine des Teams gehören aber auch Kontrollfahrten, etwa zum Auffinden von Fahrbahnschäden.

85 Kilometer Betreuungsgebiet (A 1, A 10)

Die Traffic Manager sind in Zwölf-Stunden-Schichten, rund um die Uhr an sieben Tage in der Woche auf rund 85 Kilometer Autobahnen im Einsatz. Im Detail erstreckt sich das Betreuungsgebiert auf die A 1 Westautobahn (Anschlussstelle Mondsee bis Grenzübergang Walserberg) und die A 10 Tauernautobahn (Knoten Salzburg bis Knoten Pongau und Zubringer Bischofshofen).

Betreuungsgebiet Salzburg

A01265,2301,1Mondsee - Staatsgrenze Walserberg
A100,047,8KN Salzburg - KN Pongau (Salzhalle)
A1010,03,8KN Pongau - Ast. Bischofshofen

Sie stehen in unmittelbarem Kontakt mit der ASFINAG Verkehrsmanagementzentrale, liefern somit auch die Grundlage für rasche und korrekte Verkehrsinformationen und koordinieren alle Tätigkeiten auch innerhalb der ASFINAG, um die Sperrzeiten nach Ereignissen so kurz wie möglich zu halten

Die Traffic Manager wurden im Rahmen ihrer mehrwöchigen Ausbildung bei der Sicherheitsakademie des Bundesministeriums für Inneres zu Verkehrsrecht (z.B. Straßenverkehrsordnung), diversen rechtlichen und behördlichen Themen, Absichern von Gefahrenstellen, Baustellenmanagement, Brandbekämpfung bis hin zu professioneller Erster Hilfe geschult.

 

Für alle Fälle ausgerüstet

Es werden speziell gebrandete Einsatzfahrzeuge der ASFINAG auf der Strecke unterwegs sein. Aufklappbare LED-Anzeigen auf den Autos ermöglichen es, bei Ereignissen maßgeschneiderte Informationen vor Ort weiterzugeben: wie beispielsweise die Aufforderung, eine Rettungsgasse zu bilden – diese Info wird zusätzlich grafisch dargestellt.  Die Einsatzfahrzeuge sind mit TETRA-Funk sowie tragbaren PCs ausgestattet. Weiters gehören Ölbindemittel, Absicherungsmaterial, Starterboxen und unterschiedlichste Werkzeuge ebenso zur Ausstattung wie die „klassische“ Streckendienst-Ausrüstung. Oft reicht auch eine Notration Treibstoff, um das Weiterfahren zu ermöglich, falls der Sprit ausgegangen ist.

Um auch für medizinische Ersthilfe gerüstet zu sein, werden auch eine Erste-Hilfe-Tasche und ein Defibrillator mitgeführt.

Bewährt in den Ballungsräumen Wien und Linz

Die Dauer von Sperren wurde durch die Traffic Manager im Schnitt um rund 20 Prozent verkürzt. Die Zeitspanne für Pannen- und Unfallbeseitigung beträgt im Durchschnitt (beide Ballungsräume) zuletzt rund 37 Minuten. Auch die Abläufe bei Komplettsperren – also ein Stopp auf allen Fahrstreifen bis zumindest eine von drei oder zwei Spuren wieder frei ist – konnten beschleunigt und diese auf 20 Minuten verkürzt werden.

Auch die Zeitspanne, in der nach einem Unfall mit Komplettsperre die Strecke wieder zur Gänze frei ist – also beispielweise alle Unfallautos abgeschleppt sind oder am Pannenstreifen stehen – konnte seit der Einführung der Traffic Manager optimiert werden.

Ziel der ASFINAG ist es, dass ein Traffic Manager im Großraum Salzburg bei 95 Prozent aller Ereignisse Einsatzleiterin bzw. Einsatzleiter vor Ort ist. Zu diesen Ereignissen zählen Unfälle, Pannen, Absicherungen, das Entfernen von verlorenem Ladegut und alle weiteren Vorkommnisse mit Auswirkungen auf den Verkehr. Hier übernimmt der Traffic Manager Salzburg zukünftig als ASFINAG-Einsatzleiter eine zentrale Rolle in der Koordination der Ereignisabwicklung und sorgt für eine professionelle Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen (Polizei, Feuerwehr und Rettung) sowie weiteren Partnern im Ereignismanagement.

Die Salzburger ASFINAG Traffic Manager in Zahlen

  • Zehn Personen am hochrangigen Straßennetz aktiv
  • Sieben Tage / 24 Stunden im Einsatz
  • 85 Kilometer Betreuungsgebiet (170 Kilometer Richtungsfahrbahnen) zwischen Mondsee und Bischofshofen
  • Gegründet 2013 (Wien), seit 2018 auch rund um Linz im Einsatz. Insgesamt rd. 16.000 Einsätze pro Jahr