22.03.2024

Großes Fest vor der Verkehrsfreigabe der S 7 Fürstenfelder Schnellstraße

Feier mit Polit-Spitzen und Bevölkerung mitten in einem Tunnel auf der neuen Schnellstraße

Mit einem großen Fest, an dem die Spitzen der Landespolitik aus dem Burgenland und der Steiermark, der Wirtschaft und der Blaulichtorganisationen sowie zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner aller Gemeinden entlang der S 7 teilgenommen haben, wurde am Freitag, dem 22. März, der erste, 15 Kilometer lange, Abschnitt der S 7 Fürstenfelder Schnellstraße eröffnet. Die Feier fand mitten in der Unterflurtrasse Speltenbach, also direkt auf der neuen Strecke statt. Neben den Ehrengästen, allen voran Landeshauptmann Christopher Drexler, Landshauptmann-Vize Anton Lang und dem burgenländischen Landesrat Heinrich Dorner, der Landeshauptmann Hans Peter Doskozil vertrat, waren auch Tausende Anrainerinnen und Anrainer gekommen, um sich die S 7 noch einmal aus der Nähe anzusehen, bevor sie unter Verkehr geht.  

Landeshauptmann Drexler hob in seiner Rede hervor, dass die S 7 „den Verkehr dorthin bringt, wo er hingehört, nämlich weg von den Ortszentren, Schulen und Spielplätzen hin auf die Schnellstraße“. Von einem „Jahrhundertprojekt“ „das für viele Menschen eine deutliche Verbesserung darstellen wird“, sprach LH-Vize Lang. Landesrat Dorner betonte zusätzlich, „dass die S 7 den Menschen in der Region nicht nur mehr Lebensqualität bringen, sondern auch wirtschaftliche Impulse setzen und Arbeitsplätze schaffen wird“.

Von Seiten der ASFINAG war das Top-Management mit Vorstand Hartwig Hufnagl und den beiden Bau-Geschäftsführern Alexander Walcher und Andreas Fromm vertreten. Hufnagl sprach dabei besonders die ökologische Verantwortung an, welche die ASFINAG bei Bau und Betrieb von Autobahnen habe. „Die S 7 ist in dieser Hinsicht ein absolutes Vorzeigeprojekt, weil wir eine Vielzahl an Ausgleichsmaßnahmen realisiert haben. In Summe sind es 480 Hektar an Ausgleichsflächen für Tiere und Pflanzen, ein Vielfaches der Schnellstraßen-Fläche.“

Die ersten knapp 15 Kilometer sind fertiggestellt

Die S 7 ist insgesamt fast 29 Kilometer lang, und führt in zwei Abschnitte unterteilt vom oststeirischen Riegersdorf an der A 2 Südautobahn bis Heiligenkreuz an der ungarischen Grenze. Der erste Abschnitt, der 14,8 Kilometer lange westliche Teil, endet bei Dobersdorf im Burgenland. Die Trasse verläuft in Richtung Osten nördlich der Siedlungsbereiche von Großwilfersdorf, Altenmarkt und Fürstenfeld. Im Anschluss an das Tunnelportal Rudersdorf schließt die Trasse an den Ostabschnitt an. Errichtet werden zwei Fahrstreifen je Richtung (Gesamtbreite 28 Meter), zwei Tunnel (Unterflurtrasse Speltenbach mit ca. einem Kilometer, Tunnel Rudersdorf mit etwa drei Kilometer), insgesamt 24 Brücken zwischen zehn und fast 200 Metern Länge sowie Lärmschutzmaßnahmen im Ausmaß von 13.000 Quadratmetern. Der Tunnel Rudersdorf, der erste Autobahntunnel im Burgenland, ist so wie alle Tunnel der ASFINAG mit den besten Sicherheitsausstattungen (von Video über alles an Sensorik wie Brand, Trübsicht) versehen, auch mit dem akustischen Warnsystem AKUT.

Der Abschnitt Ost ist etwa 13,5 Kilometer lang und beginnt nach dem Tunnel Rudersdorf. Er verläuft nördlich von Dobersdorf und Königsdorf sowie weiter bei Eltendorf und Poppendorf bis zur Staatsgrenze. Bei Königsdorf wird eine etwa 700 Meter lange Unterflurtrasse errichtet. Der Baustart für den Abschnitt Ost erfolgte im August 2020, die Fertigstellung ist Mitte 2025.

480 Hektar für Wald, Wiese, Gewässer für Tiere und Pflanzen

Die Fürstenfelder Schnellstraße ist vor allem im Hinblick auf die Umweltmaßnahmen ein Vorzeigeprojekt. Für alle Ausgleichsmaßnahmen zusammengerechnet investiert die ASFINAG fast 200 Millionen Euro. In Summe werden in der Steiermark und im Burgenland entlang der Trasse 480 Hektar Fläche Wald, Wiese und Gewässer verbessert, gesichert oder auch ganz neu angelegt. Für spezielle gefährdete Tier- und Pflanzenarten werden dadurch die Lebensräume für Jahrzehnte erhalten oder auch neu geschaffen. Dazu zählen unter anderem 22 Amphibienteiche, ein Fledermaustunnel, 300 Fledermaus-Nistkästen, 25 Hektar Wiese für eine geschützte Libellenart und weitere 15 Hektar nahe Großwilfersdorf, die als Rast- und Brutstätte für Vögel dient. Dort wurden bereits zahlreiche geschützte Arten und auch das österreichische Wappentier, der Seeadler, gesichtet.

Freie Fahrt ab Samstagmittag

Unmittelbar nach Ende der Festveranstaltung beginnen die Vorbereitungen für die tatsächliche Freigabe. Nach Abbau, Reinigung der Strecke und vor allem nochmaliger Kontrolle werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ASFINAG-Autobahnmeisterei Ilz gemeinsam mit der Autobahnpolizei die Absperrungen bei den Auf- und Abfahrten schrittweise entfernen. Am Samstag, den 23. März, ab 14 Uhr werden dann die ersten Pkw und Lkw die neue Schnellstraße befahren können.